Lea-Sophie: Untersuchungsausschuss gefordert

Lea-Sophies Eltern wurden vergangene Woche dem Haftrichter vorgeführt. Foto: zvs
Lea-Sophies Eltern wurden vergangene Woche dem Haftrichter vorgeführt. Foto: zvs

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02. Januar 2008, 08:56 Uhr

Schwerin - Nach dem Hungertod der fünfjährigen Lea-Sophie in Schwerin ist ein Untersuchungsausschuss zur Klärung möglicher Versäumnisse der Behörden gefordert worden. Der Jugendhilfeausschuss der Stadtvertretung werde am 5. Dezember über die Einsetzung eines solchen Ausschusses entscheiden, sagte die Vorsitzende Silke Gajek am Montag der dpa. Geprüft werden solle auch, wie andere Jugendämter nach Hinweisen auf Vernachlässigung vorgehen "und was man von ihnen lernen kann". Der zuständige Sozialarbeiter im Fall Lea-Sophie hatte bei einem Treffen mit den Eltern eine Woche vor dem Tod des Mädchens nicht darauf bestanden, das Kind zu sehen.

Mehrere Anzeigen gegen das Amt

Gegen das Jugendamt wurden mehrere Anzeigen wegen unterlassener Hilfeleistung erstattet. "Den Vorwürfen wird nachgegangen", sagte Oberstaatsanwalt Hans-Christian Pick. Die Stadtverwaltung kündigte einen eigenen Untersuchungsbericht zum Vorgehen des Jugendamts an. Einen Zeitpunkt für die Vorlage des Berichts konnte Stadtsprecher Christian Meyer am Montag noch nicht nennen. "Wir brauchen die nötige Zeit und Ruhe, um das belastbar aufzuarbeiten", sagte Meyer.

Am Wochenende war das das städtische Jugendamt erneut kritisiert worden. "Wenn das Jugendamt zwei Mal Kontakt mit einer Familie hatte und anschließend ist ein Kind tot - da kann man nicht sagen, man habe alles richtig gemacht", hatte Sozialminister Erwin Sellering (SPD) gesagt. Ähnlich hatte sich zuvor auch Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) geäußert.

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