Splitter : Lankow – das verschwundene Dorf

Ein Gedenkstein erinnert an das einstige Dorf.
Ein Gedenkstein erinnert an das einstige Dorf.

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20. November 2015, 14:06 Uhr

In dem mecklenburgischen Dorf Lankow wurde fast 800 Jahre lang geboren, gearbeitet, gefeiert und gestorben. Laut einer alten Ortschronik bestand Lankow vor hundert Jahren aus drei Bauernstellen, fünf Büdnereien, drei Katen und einer Schule. Mehr als hundert Menschen sollen kurz nach 1945 noch in dem Ort gelebt haben. Viele von ihnen waren Flüchtlinge und Vertriebene aus dem Osten, die hier eine neue Heimat gefunden hatten. Mit dem Barber-Lyaschenko-Vertrag 1945 und einem Gebietsaustausch zwischen der britischen und der sowjetischen Besatzungszone rückte Lankow direkt an die innerdeutsche Grenze, die in den Folgejahren zur Todeszone wurde.

Ein Befehl mit der Nummer 38/52 des Ministeriums des Inneren der DDR war der Anfang vom Ende Lankows. „Zur Erhöhung der Sicherheit im Gebiet an der Demarkationslinie“ wurden im Juni 1952 die ersten Einwohner in der „Aktion Ungeziefer“ zwangsweise ausgesiedelt. Am 3. Oktober 1961 fuhren erneut bewaffnete Einheiten vor.

So wie Lankow erging es 46 weiteren Orten im ehemaligen Bezirk Schwerin, unter anderem Kneese.

Auch die verbliebenen Einwohner von Lankow, im Jahr 1973 waren es noch 28, wurden umgesiedelt. Das letzte Gebäude in dem menschenleeren Ort wurde 1976 abgetragen und der Bauschutt in den See geschoben. Das war das endgültige Ende von Lankow.

Die Wildsprösslinge

„Die Wildsprösslinge“ in Dechow besuchen einen der ganz wenigen Waldkindergärten in Mecklenburg-Vorpommern. Seit Mai 2008 verbringen die Kinder und ihre Erzieher einen großen Teil ihrer Zeit im 80 Hektar großen angrenzenden Wald zwischen Groß Molzahn und Dechow. Er dient als Spiel- und Esszimmer, ist Garten und Spielplatz, Kunstraum und Turnhalle für die Knirpse.

Seit dem Sommer 2013 wird der Waldkindergarten von einem Eltern-Erzieher-Verein getragen. Und das Konzept überzeugt. Seit seiner Gründung hat der Waldkindergarten eine gute Entwicklung hingelegt. Im März ist die Zahl der Kinder von acht auf 15 gestiegen. Die Kita war damit ausgelastet.

Wenn die Kinder dann doch mal nicht im Wald spielen, entdecken und lernen können, verbringen sie ihre Zeit in einem umgebauten Bauwagen. Erst vor einem Jahr gab es für die Kleinen einen neues Kuschelnest. Er ersetzt den alten und wenig isolierten Vorgänger aus DDR-Zeiten.

Die Gläserne Molkerei

Die Gläserne Meierei in Dechow verarbeitet täglich rund 170 000 Liter Bio-Milch. Die Produktionsstätte ist von einem Besuchergang aus einsehbar, daher der Name. Eine 50-köpfige Mannschaft produziert im Schichtbetrieb Milch und Käse. Der Nachschub dafür stammt von zertifizierten Bauernhöfen aus Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, 150 sind es an der Zahl. Das Unternehmen liegt mitten im Biosphärenreservat Schaalsee. „2001 wurde die Gläserne Meierei mit dem Ziel der besseren Vermarktung der Biomilch von Bauern in Rostock gegründet“, erzählt Werksleiter Andreas Abs. Aus dem Gemeinschaftsprojekt mit der Küstenmolkerei entwickelte sich 2005 die Produktion in Upahl. „2009 kam der Entschluss in Münchehofe mit einer eigenen Molkerei und 2012 in Dechow mit einem eigenen Werk an den Start zu gehen, damit wir die Wertschöpfungskette in einer Hand behalten.“

Doch auch zu Veranstaltungen wie beispielsweise „Dörfer zeigen Kunst“ öffnet das Unternehmen regelmäßig seine Türen.

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