Landtag gedenkt ohne NPD des ermordeten Ministerpräsidenten Stelling

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02. Juli 2008, 01:01 Uhr

Schwerin - Der Landtag hat zum Beginn seiner Sitzung am Mittwoch des vor 75 Jahren von Nationalsozialisten ermordeten früheren mecklenburgischen Ministerpräsidenten Johannes Stelling gedacht. Die sechs Abgeordneten der rechtsextremen NPD blieben der Gedenkminute fern. Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider kritisierte, dass Werte wie Moral, sittlicher Anstand und Würde „offensichtlich nicht für alle Abgeordneten dieses Hauses“ gelten. Weiter sagte sie: „Wer seine Vergangenheit verleugnet, beweist, dass er nichts aus ihr gelernt hat.“ Der Sozialdemokrat Stelling war in der Nacht vom 21. zum 22. Juni 1933 von SA-Schlägern ermordet worden.

Johannes Stelling (1877-1933) war Bretschneider zufolge von 1919 bis 1920 Innenminister des Landes. Von 1921 bis 1924 war er Mitglied des Landtags im Freistaat Mecklenburg-Schwerin und bekleidete unter anderem das Amt des Ministerpräsidenten. Von 1924 bis 1933 war er Mitglied des Reichstags. In Schwerin ist eine Straße nach Johannes Stelling benannt.

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