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Kreuzfahrt-Tourismus : Landstromanschluss für Rostock?

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Technik verspricht geringere Schadstoffemissionen, doch um diese einführen zu können, müssen Ostsee-Anrainer gemeinsam investieren.

von
erstellt am 03.Jun.2014 | 07:35 Uhr

Der Kreuzfahrt-Tourismus boomt weltweit und sorgt für ein kräftiges Wirtschaftswachstum. Auch die Hansestadt Rostock profitiert davon. Allein in diesem Jahr haben sich wieder 179 Kreuzfahrtschiffe angekündigt. Doch mit den steigenden Anläufen wächst auch die Schadstoffbelastung für die Anwohner. Durch Landstromanschlüsse könnten Schadstoffemissionen deutlich verringert werden, doch dafür müssten nicht nur die Städte, sondern auch die Kreuzfahrt-Unternehmen kräftig investieren. Aus Sicht von Rostocks Umwelt-Senator Holger Matthäus (Grüne) sei für die Hansestadt vorerst ein Anschluss denkbar. Was dieser aber kosten würde, lässt sich noch nicht beziffern.

Ob und wie sich dieser Anschluss lohnen könnte, darüber haben sich Vertreter verschiedener Städte auf dem jüngsten Treffen der Arbeitsgruppe Energieversorgung von Kreuzfahrtschiffen im Ostseeraum in Stockholm ausgetauscht. Mit dabei war auch Holger Matthäus, der nachdenklich nach Rostock zurückgekehrt ist. Ihm sei dort erst richtig klar geworden, dass eine Stadt wie Rostock allein nicht dafür sorgen kann, den Kreuzfahrt-Tourismus sauberer zu machen. Es gebe aktuell keine Vereinbarung mit Kreuzfahrt-Unternehmen, die die Nutzung von Landstromanschlüssen regelt. Die Schiffe müssten für mehrere hunderttausend Euro nachrüsten, um solche Anschlüsse nutzen zu können. Um die mächtigen Unternehmen von den Vorteilen zu überzeugen, gilt es aus Sicht von Matthäus nun, die Zusammenarbeit mit anderen Hafenstädten auszubauen und zu intensivieren. „Während die Kreuzfahrtbranche bestens organisiert ist, müssen wir uns nun als Hafenstädte auch strukturierter organisieren“, sagt der Umwelt-Senator.

Stockholm und Hamburg sind bereits jetzt einen Schritt weiter als Rostock. Die schwedische Hauptstadt baut aktuell aufgrund von Vereinbarungen mit Fährlinien-Betreibern für die fünf gleichzeitig im Hafen liegenden Fähren Landstromanschlüsse. In Hamburg beschloss der Senat jüngst die Landstrom-Versorgung für Kreuzfahrtschiffe. Am Kreuzfahrtterminal Altona soll demnach eine Landstromanlage entstehen. Darüber hinaus ist geplant, am Terminal in der Hafencity die erforderliche Infrastruktur für die Stromversorgung mit privaten Power-Bargen zu schaffen.

Auf Matthäus’ Initiative hin wird bis zur Herbstsitzung der Arbeitsgruppe in Hamburg eine Deklaration der Mitgliedsstädte vorbereitet, die die gemeinsamen Ziele für umweltverträgliche Hafenstandorten definiert. Hamburg bereitet außerdem Antragsunterlagen für das EU-Projekt „Green Cruise Port“ vor, an dem sich auch Rostock beteiligen will.

Im Vorfeld trifft sich die Rostocker Arbeitsgruppe „Stadtverträglichkeit von Kreuzfahrthäfen“ am 9. Juli im großen Beratungsraum im Haus des Bauens und der Umwelt am Holbeinplatz 14. Ab 17 Uhr werden dort die Ergebnisse der Ausbreitungsberechnungen von Luftschadstoffen im Bereich Warnemünde vorgestellt. Zudem bekommen die Gäste Informationen über die Aufstellung eines Messcontainers in Hohe Düne sowie über das geplante EU-Projekt Green Cruiser Ports.

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