Landrat zieht Notbremse

Schüler aus den Landkreisen Prignitz und Lüchow-Dannenberg werden  ab Schuljahr 2008/09 in Dömitz nicht mehr aufgenommen. Foto: Th. Meier
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Schüler aus den Landkreisen Prignitz und Lüchow-Dannenberg werden ab Schuljahr 2008/09 in Dömitz nicht mehr aufgenommen. Foto: Th. Meier

Seit der Wende wurden an den Schulen des Landkreises immer auch Mädchen und Jungen aus den Nachbarländern Brandenburg und Niedersachsen beschult. Ab dem Schuljahr 2008/2009 werden neue Schüler aus den Landkreisen Prignitz und Lüchow-Dannenberg nicht mehr aufgenommen, verkündete gestern Landrat Rolf Christiansen im Gymnasialen Schulzentrum Dömitz und erklärte dies mit ungeklärter Finanzlage und knapper Haushaltskasse.

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28. Januar 2008, 07:31 Uhr

Dömitz - Mit Beginn des Schuljahres 2005/06 wurde durch das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes M-V die Zahlung von Ausgleichsbeiträgen an Schulträger, die Kinder aus anderen Bundesländern beschulen, eingestellt. Der Landkreis Ludwigslust ist auf Grund seiner Lage zu den angrenzenden Bundesländern Brandenburg und Niedersachsen besonders betroffen und seit dieser Zeit händeringend bemüht, die weitere Beschulung von Jungen und Mädchen aus den Landkreisen Prignitz, Lüchow-Dannenberg und Lüneburg durch Abschluss von Finanzvereinbarungen zu sichern.

„Mit dem Landkreis Lüneburg ist völlig problemlos eine solche Vereinbarung mit Wirkung vom August des letzten Jahres abgeschlossen worden. Für den Landkreis Lüchow-Dannenberg hat es trotz mehrerer konstruktiver Gespräche nicht geklappt, da der dortige Kreistag im Dezember 2007 mehrheitlich gegen eine solche Abmachung stimmte. Mit dem Landkreis Prignitz hat es von Anfang an Unverständnis und Ablehnung gegeben. Hier war man nicht bereit, über die Problematik ernsthaft zu sprechen“ , skizziert Landrat Rolf Christiansen die Situation und zieht deswegen die finanzielle Notbremse: „Wir haben deshalb festgelegt, dass ab dem Schuljahr 2008/09 keine Schüler aus den Landkreisen Prignitz und Dannenberg an den Schulen, die sich in Trägerschaft des Landkreises befinden, aufzunehmen sind. Diese Entscheidung ist im Sinne der Kinder unseres Landkreises. Da Bildung nicht zum Discountpreis zu haben ist, können wir es nicht zulassen, dass andere Landkreise ihren Teil der Verantwortung dafür nicht wahrnehmen wollen. Die jetzigen Schüler aus diesen Landkreisen können ihre Schule aber noch zu Ende bringen.“

Christiansen sicherte zu, den gymnasialen Bildungsweg in Dömitz bewahren zu wollen. Das Schulzentrum sei jetzt auch nicht in seinem Standort gefährdet, führte er weiter aus. Schulleiter Klaus Niemann zeigte sich enttäuscht von der neuen Regelung und bat den Landrat, „diese politische Entscheidung zu überdenken.“

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