Splitter : Landesposaunenwerk bringt (nicht nur) Kultur ins Dorf

Claudia Huss ist froh: Für die Treppe zur Kirche fertigte der Vater eines Bläsers ein Stahlgeländer. Darauf die Noten der Liedzeile „Lobet und preiset ihr Völker den Herrn.“ Fotos: HERBST
Claudia Huss ist froh: Für die Treppe zur Kirche fertigte der Vater eines Bläsers ein Stahlgeländer. Darauf die Noten der Liedzeile „Lobet und preiset ihr Völker den Herrn.“ Fotos: HERBST

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18. November 2015, 14:42 Uhr

Welches Dorf kann schon von sich behaupten, ein Landesposaunenwerk samt Landesposaunenwart zu haben. In MV nur eines und das ist Barkow. Die Gründung liegt 16 Jahre zurück, war 1999. Ungezählt sind die Treffen, Seminare und Workshops, die die derzeit 1200 Bläser im Land in den zurückliegenden 16 Jahren immer wieder nach Barkow führte. Anfangs noch in den Probenraum im Pfarrhaus. „Das war eng, laut aber vor allem lustig“, erinnert sich Claudia Huss, Ehefrau von Landesposaunenwart Martin Huss und wie er Gute Seele des Werkes. „Ziel ist, die Bläser in ihrer ehrenamtlichen Arbeit zu motivieren und auszubilden.“

Mal sind es nur die Trompeten, dann die Posaunen, mal sind die Kinder für sich, dann die Erwachsenen. Oftmals sind die Seminare auch themenbezogen, ranken sich um Reformation, Weihnachtsmusik oder auch den Lübecker Theologen und Liederdichter Paul Gerhardt. Die lustig, laute Enge ist dabei allerdings schon seit 2008 vorbei. Damals konnte die 150 Quadratmeter große Bläserscheune eingeweiht werden, in der seither nicht nur das Leben des Landesposaunenwerkes stattfindet. Der beheizte Saal ist primär natürlich zum Musizieren da, kann aber auch für Feiern genutzt werden. Und das wird er auch. „Meist von Familien, die eine Beziehung zu Bläsern haben“, wei Claudia Huss.

Dass es die Bläserscheune auf dem Pfarrhof nicht gegeben hätte, wenn nicht 2004 ein Teil der aus dem 13. Jahrhundert stammenden Barkower Kirche eingestürzt wäre, wissen außerhalb des Dorfes nur wenige. Claudia Huss ist sich sicher. Das Unglück bot den Bläsern des Landes damals die Möglichkeit, sich einen Traum zu erfüllen - nämlich einen Standort für ihr Werk zu haben, der von Dauer ist. Dafür haben sie keine Mühen gescheut, sind durch die Lande gefahren, um Konzerte zu geben, haben Spenden eingeworben, Kollekten gesammelt. Am Ende hatten sie fast 250  000 Euro zusammen. Quasi die Hälfte des LEADER-geförderten Projektes.

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