Landeskirche plant Auflösung des Kirchenkreises Güstrow

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16. Januar 2009, 07:49 Uhr

Güstrow - Der Kirchenkreis Güstrow der Evangelisch-Lutherischen Kirche soll aufgelöst, geteilt und Rostock bzw. Neustrelitz zugeordnet werden. So steht es in einem Papier des Bischofs. An der Basis brodelt es: Pastoren sprechen von einer Diskussion, bei der das Ergebnis bereits feststehe.
„Das ist so, als ob man jemanden köpft und ihm danach das Todesurteil überbringt“, erklärt ein Pastor aus der Region aufgebracht. „Wir sind sehr verunsichert.“

Grund der Aufregung: Die Landeskirche Mecklenburgs plant, den Kirchenkreis Güstrow aufzulösen. Im Zuge der Bildung einer Nordkirche 2012 mit Vorpommern und Schleswig-Holstein sollen auch kleinere Strukturen verändert werden.

Für die Landeskirche bedeutete dies womöglich: künftig vier aus derzeit fünf Kirchenkreisen. Möglich, dass ein Teil des Kirchenkreises Güstrow bald Rostock, der Rest Neustrelitz zugeordnet wird. So erfuhr es kürzlich der Kirchenkreisrat. Am 24. Januar kommt Landesbischof Andreas von Maltzahn zum Gespräch nach Güstrow. Am 21. Januar ist die Teilung des Kirchenkreises Thema beim Propstei-Konvent.

An der Basis brodelt es: Pastoren seien jetzt schon überfordert, müssten nach Fusionen viele Dörfer abdecken. Es entwickelten sich Größen, bei denen persönliche Beziehungen auf der Strecke bleiben, sagt ein Pastor: „Nicht überschaubar.“ Vor allem aber der Landessuperintendent, der Kopf und „geistige Berater“ im Kirchenkreis, könne seine Arbeit gar nicht mehr schaffen.

Schlecht für den Güstrower Kirchenkreis: Landessuperintendent Fridolf Heydenreich geht im Juli in den Ruhestand. Möglich, dass er erst gar keinen Nachfolger erhält, mutmaßt die Basis. Dann könnte es mit der Teilung „sehr, sehr schnell“ gehen, erklärt ein Kirchenvertreter. Von den derzeit sechs Propsteien würden dann einige Rostock, andere Neustrelitz zugeordnet. Heydenreich bestätigte gestern, dass „so etwas Ähnliches“ diskutiert werde. Heute positioniere sich die Kirchenleitung.

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