Kommentar: Flüchtlingskrise in Europa : Lackmus-Test fürs Abendland

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09. November 2015, 19:08 Uhr

Asselborns Mahnung,  die EU könnte zerbrechen, klingt dramatisch – und ist es auch. Erschütternd, dass EU-Politiker erst jetzt zur Erkenntnis gelangen.  Schon der Ukraine-Konflikt förderte einen Selbstbetrug der EU zutage, erst recht nun die Flüchtlingskrise: Mit der viel beschworenen Wertegemeinschaft   ist es nicht weit her.

Die  Völkerwanderung ist  die  größte Herausforderung seit  Fall des Eisernen Vorhangs. So groß  Ängste vor Überforderung,  Einschränkung des Wohlstands und Veränderung unserer Kultur auch sein mögen – Europa lässt sich nicht einzäunen. So wenig, wie sich das Berliner Regierungsviertel  als „Anstalt“ überdachen  lässt, was nach den Chaostagen   nahe läge. In dieser Situation verbieten sich ideologische Profilierungsspielchen, da muss Politik auf Basis abendländischer Grundwerte entschlossen   gestalten. Das beugt am ehesten Rechtspopulismus vor.     Will die EU  fortbestehen, müssen ihre Nationen sich auf eine  gemeinsame Migrationspolitik einigen,die Wirtschafts-,    Sozial- und Sicherheitsinteressen einschließt. Das ist die verdammte Pflicht von EU-Parlament und -Kommission. 

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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