Laage angelt Günstig-Airline

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09. Februar 2008, 03:15 Uhr

Laage - „14 Prozent sind derzeit gebucht. Das ist eine prima Zahl“, gab sich Thomas Winkelmann gestern optimistisch, dass die Germanwings GmbH mit ihrem 70. Ziel – Rostock-Laage – ins Schwarze trifft. Der Low Cost Carrier bietet ab Mai Flüge von Köln-Bonn nach Rostock-Laage an. Aus der Rheinmetropole geht es am Donnerstag- und Freitagnachmittag sowie Sonntagabend an die Ostseeküste. Fixiert, so der Geschäftsführer, ist der Zeitplan auf Kurzurlauber.

Ehrgeizige Ziele
Germanwings, eine Tochter der Lufthansa, startet mit ehrgeizigen Zielen. Eine durchschnittliche Auslastung der Maschinen von 80 Prozent soll im ersten Anlauf geschafft werden. Winkelmann hofft auf rund 17 000 Passagiere zwischen Köln und Rostock in der Sommerflugzeit. Und dem Geschäftsführer ist nicht bang, dass sich eine Einbahnstraße entwickeln könnte. „Wir werden schnell sehen, wohin die Mecklenburger über Köln mit uns fliegen“, kann Winkelmann auf 58 Ziele, die ab Köln angeflogen werden, verweisen. Insbesondere konzentriere man sich auf den ost- und südosteuropäischen Raum, aber auch auf die Warmwasser-Gebiete.

Der günstigste Tarif bei Germanwings sind 19 Euro (inklusive Steuern, Gebühren und Entgelte). Zehn bis 15 Prozent seien auf jedem Flug verfügbar. Ansonsten zahlen die Fluggäste der größten Günstig-Airline in Deutschland 68 bis 70 Euro für den Einzelflug.

OLT hat Köln-Linie bereits eingestellt
Die Ostfriesische Lufttransport GmbH hat Ende Januar ihre in erster Linie auf den Geschäftsverkehr ausgerichtete Verbindung zwischen Rostock und Köln eingestellt. „Bedauerlich“, kommentierte gestern Maria Muller. Die Flughafen-Chefin hätte es gern gesehen, wenn die OLT wenigstens bis zum Start von Germanwings weiter geflogen wäre. „So ist das Geschäft“, sagt Claus Altenburg Das Potenzial reiche für zwei Fluggesellschaften nicht aus, begründet der Bereichsleiter Regionalverkehr bei der OLT die Entscheidung. Weiter betrieben werde die von der Landesregierung subventionierte Münschen-Linie.

Aufgabe: Neue Quellgebiete für Ostseeurlaub erschließen
Für Muller ist Germanwings der Einstieg in eine neue, nicht mehr allein vom Charterflugverkehr abhängige Zukunft des Flughafens. „Wenn wir jetzt beweisen, dass es funktioniert, können wir weitere Quellgebiet erschließen“, frohlockt Muller. Längst ist sie im Gespräch mit Fluggesellschaften, die im Rhein/Main-Gebiet, in Schwaben, der Schweiz, in Schweden und Dänemark aktiv sind und Gäste von dort an die mecklenburgische Küste und die Seenplatte bringen könnten. „Aber das ist harte Arbeit“, sieht sich die Flughafen-Chefin nach dem Passagierrekord vom vergangenen Jahr (194 000 Fluggäste) unter Erfolgsdruck.

Das Problem: Die neue Strategie der Reiseveranstalter sich auf Ballungszentren zu konzentrieren, beschert dem Flughafen eine drastische Kürzung im Sommerflugplan. Statt bisher 16 finden sich darin wöchentlich nur noch neun Urlaubsflüge. Herakleon und Monastir fallen ganz heraus. Palma wird nicht mehr täglich, sondern nur noch dreimal in der Woche angeflogen. Die neue Köln-Anbindung kann den Verlust kaum kompensieren. Mullers Hoffnung: Zusatzcharter und weitere Partner wie Germanwings.

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