Kontra Theaterreform : Kulturlose Vorschläge

von Torsten Koplin, Kulturpolitischer Sprecher der Linksfraktion

svz.de von
02. Juli 2014, 07:01 Uhr

Von Anfang an ging es der Landesregierung bei den Theatern und Orchestern nur um eines: Geld. Seit 20 Jahren hat das Land seine Zuschüsse nicht erhöht. Ausgebadet haben die Finanzmisere in der Regel die Beschäftigten sowie die betroffenen Kommunen. Stellenabbau und Gehaltseinschnitte waren und sind an der Tagesordnung. Das Metrum-Konzept ist aus unserer Sicht schon deshalb untauglich, weil die Maßgabe der Landesregierung einzig und allein darin bestand, den starren finanziellen Rahmen einzuhalten.

In der seit Jahren quälenden Debatte um die Theater- und Orchesterstruktur geben die Krämerseelen den Ton an. Nach dem Willen des zuständigen Ministers Mathias Brodkorb müssen die Häuser weiter Personal abbauen, sogar Entlassungen sollen erfolgen, Sparten geschlossen und Kulturangebote weiter reduziert werden. Erst ab 2020 soll es mehr Förderung geben, wenn die Kürzungspläne umgesetzt werden. Das ist kulturlos.

Ein sorgsamer Umgang mit Steuermitteln muss selbstverständlich sein. Aber anstatt zu fragen, wie viel Kultur denn kosten darf, sollten wir fragen, wie viel Kultur uns wert ist. Die Antwort kann nur lauten: Theater und Orchester sind mehr wert. Wir lehnen Kündigungen klar ab. Mehrspartentheater müssen erhalten bleiben, die Landesförderung muss endlich an die Inflationsrate angepasst werden. Wir verschließen uns vernünftigen Reformvorschlägen nicht. So halte ich eine Kooperation vom Mecklenburgischen Staatstheater und der Theater- und Orchester GmbH in Neubrandenburg/Neustrelitz unter Landesbeteiligung bei Wahrung von Eigenständigkeit der Standorte für denkbar. Auch sollte die Zusammenarbeit unter den Theatern etwa durch gegenseitige Gastspiele weiter ausgebaut werden. Ich setze mich auch dafür ein, dass über den Bildungsetat jedem Schüler pro Schulstufe zumindest ein Theater- und Konzertbesuch ermöglicht wird.



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