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Krippe oder Herd – in MV gibts auf jeden Fall 100 Euro

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erstellt am 25.Apr.2012 | 10:49 Uhr

Dass Angela Merkel (CDU), vom bayrischen Wahlkämpfer Horst Seehofer (CSU) getrieben, das Betreuungsgeld von zunächst 100 Euro monatlich einführen wird, gilt in Berlin als ausgemacht. Es wird lediglich noch über die Kompensation verhandelt, da viele CDU-Landesverbände die Herdprämie längst ablehnen.

In Schwerin hingegen hat die SPD bei den Koalitionsverhandlungen mit der CDU im vergangenen Herbst für die gemeinsame Regierungszeit als eines ihrer wichtigsten Ziele vereinbart, Eltern von Krippenkindern von 100 Euro Monatsbeitrag zu entlasten. Mütter und Väter in MV können sich also eigentlich freuen. Egal, ob sie zu Hause bleiben und dort ihr Kind betreuen, oder ob sie es in die Krippe bringen, 100 Euro bekommen sie auf alle Fälle.

Politik verrückt, zumal die weit über eine Milliarde Euro, die das Betreuungsgeld den Bund kostet, komplett aus Krediten finanziert werden soll. Da an beiden Regierungen in Berlin und in Schwerin die CDU beteiligt ist, darf man gespannt sein, wie die Landtagsdebatte in Schwerin heute verläuft.

Dennoch gibt es keinen Grund zur Häme. Frau Merkel sollte sich nur einmal in ihrem Heimatwahlkreis umsehen, da bekäme sie mit, wie in Stralsund um eine 24-Stunden-Kita gekämpft wird. Es geht um die frühkindliche Bildung, genauso wie um die Arbeitschancen junger Mütter. Bildung und Gleichberechtigung – das war der Ansatz von Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD), als sie die Senkung des Krippenbeitrags im SPD-Programm verankerte. Deshalb kämpft sie so vehement gegen das Betreuungsgeld.

Davon abgesehen: Was ist das für eine Politik der Kanzlerin, die den Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz ab 2013 festschreibt und ein paar Jahre später das Betreuungsgeld favorisiert?

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