Schwedter Theater in finanziellen Nöten : Kredit von 600 000 Euro beantragt

Rainhard Simon,  Intendant der Uckermärkischen Bühnen Schwedt
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Rainhard Simon, Intendant der Uckermärkischen Bühnen Schwedt

Die Uckermärkischen Bühnen Schwedt hat finanzielle Nöte. Die Zahl der Neuinszenierungen wird verringert. Außerdem wird die Aufwendungen für Honorare, Fahrkosten, Bühnenbilder und den Wachschutz teilweise drastisch gekürzt.

svz.de von
10. Dezember 2013, 15:08 Uhr

Die Uckermärkischen Bühnen Schwedt (ubs) – mit jährlich über 135 000 Besuchern eine der Vorzeigebühnen des Landes Brandenburg – befinden sich in finanziellen Nöten. Das Theater müsse einen Kredit in Höhe von 600 000 Euro beantragen, sagte Intendant Reinhard Simon.

Kostensteigerungen beim Personal, bei der Energie und in den allgemeinen Hauskosten hätten bei gleichbleibender Förderung zu einer strukturellen Unterfinanzierung des Theaters geführt. Deshalb gehe das Haus zusätzlich zum Kassenkredit, der kurzfristig die Liquidität sichere, auf einen Konsolidierungskurs. Fünf Personalstellen müssten mittelfristig in dem 100 Mitarbeiter zählenden Betrieb wegfallen.

Betriebsbedingte Kündigungen schloss Simon jedoch aus. „Wir werden Stellen bei auslaufenden Verträgen nicht wieder besetzen, beispielsweise wird unser 14-köpfiges Ensemble auf 13 Mitglieder schrumpfen.“ Die Zahl der Neuinszenierungen werde verringert. Außerdem würden die Aufwendungen für Honorare, Fahrkosten, Bühnenbilder und den Wachschutz teilweise drastisch gekürzt.

Simon zufolge wird erwogen, bestimmte Programmformate wie die hauseigenen Messeveranstaltungen komplett zu streichen. „Von all diesen Maßnahmen erhoffen wir uns Einsparungen in Höhe von bis zu 300 000 Euro. Außerdem werden wir unsere Kartenpreise ab der Spielzeit 2014/15 moderat um 2,15 Euro pro Karte anheben. Eine Karte für ein normales Schauspiel wird dann beispielsweise 13 Euro kosten“, erklärte der Intendant. Für sozial Schwache führe das Theater zudem einen Sozialpass mit noch höheren Rabatten als bislang üblich ein.

Hilfe bei der Sanierung der Uckermärkischen Bühnen erwartet die Stadt Schwedt auch vom Land Brandenburg. „Uns wurde bereits zugesichert, dass die Mittel aus dem Kulturfonds um 40 000 Euro angehoben werden. Weitere 45 000 Euro haben wir beantragt. Wir wollen unsererseits unsere Förderung des Theaters ebenfalls um 85 000 Euro erhöhen“, kündigte der Schwedter Bürgermeister Jürgen Polzehl (SPD) an.

Das Land Brandenburg unterstützt das Schwedter Theater bislang mit ca 2,9 Millionen Euro; die Stadt Schwedt gibt als Träger der Einrichtung 1,699 Millionen Euro aus; der Landkreis Uckermark beteiligt sich jährlich mit 500 000 Euro. Dazu bemerkte Polzehl, hier sei eine Aufstockung noch nicht angefragt, darüber werde aber zu verhandeln sein.

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