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Krankenkassen zögern mit der Patienteninformation

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erstellt am 30.Okt.2012 | 11:50 Uhr

Schwerin/Potsdam | Nur jeder fünfte Deutsche hat derzeit einen Organspendeausweis. Viel zu wenig, um den Bedarf an Spenderorganen zu decken. Ab Donnerstag sollen deshalb die Krankenkassen damit beginnen, ihre Versicherten ab einem Alter von 16 Jahren ganz gezielt über die Organspende zu informieren und zu einer persönlichen Entscheidung aufzufordern. In regelmäßigen Abständen soll die Aktion wiederholt werden - so will es der Gesetzgeber. Allerdings räumt er den Krankenkassen auch eine Frist bis zum 31. 10 . 2013 ein, in der sie ihrer Informationspflicht nachkommen müssen - und diese Frist nutzen viele Kassen auch weitgehend aus. Lediglich die Techniker Krankenkasse will gleich am 1. November damit beginnen, ihren Versicherten einen Organspendeausweis samt Informationspaket zuzusenden, ergab eine Blitzumfrage unserer Redaktion.

Andere Kassen zögern. "Dass das Transplantationsgesetz den Krankenkassen zwölf Monate Zeit gibt, ist vor dem Hintergrund des Organspendeskandals eine gute Zeitspanne", meint der Sprecher der Barmer/GEK in Mecklenburg-Vorpommern, Wolfgang Klink. "Denn noch ist nicht klar, wie groß der Vertrauensverlust tatsächlich ist." Mehr denn je komme es jetzt darauf an, durch eine intensivere Aufklärungsarbeit eine Atmosphäre zu schaffen, die mehr Vertrauen in die Organspende schafft und damit letztlich Leben rettet.

AOK-Nordost-Sprecher Markus Juhls verweist darauf, dass die Kasse bereits seit April eine Online-Entscheidungshilfe anbietet. "Darin finden sich auch aktuelle Fragen, die sich aus dem Organspendeskandal ergeben haben, um Versicherten mögliche Ängste zu nehmen." Im ersten Quartal 2013 wolle die Kasse voraussichtlich mit dem Versand von Versicherten informationen beginnen. Das solle sowohl über die Mitgliederzeitschrift als auch in Briefen erfolgen.

Die DAK-Gesundheit setzt bereits jetzt auf Informationen in ihrer Mitgliederzeitschrift, so Regionalsprecherin Jessica ten Have. Ab Anfang 2013 würden zudem Schreiben an die Versicherten versandt. Den Schwerpunkt ihrer Aufklärungsarbeit in puncto Organspende lege die Kasse auf die Kundenberatung vor Ort. In allen Servicecentern werde bereits seit Jahren zur Thematik aufgeklärt.

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