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25. November 2017 | 12:38 Uhr

Kräne drehen sich in Göhrener Tannen

vom

svz.de von
erstellt am 26.Feb.2013 | 10:56 Uhr

Trotz Schnee und Eis drehen sich auf der Baustelle des künftigen Nestlé-Werkes die Kräne. "Bis minus fünf Grad können wir normalen Beton noch gut verarbeiten", sagt Bauleiter Ulrich Walter. "An den paar Tagen, an denen es kälter war, haben wir mit Gasbrennern für die richtige Temperatur gesorgt." Das bis vor Kurzem andauernde Winterwetter sei kein Problem. "Wir liegen im Zeitplan", sagt Jens Ehrhardt, Engeneering Project Manager in Schwerin, der Chef des neuen Werkes in den Göhrener Tannen. "Nestlé baut immer genügend Zeitpuffer ein." Und den konnten die Bauarbeiter auch schon gut gebrauchen. Denn obwohl die 31 Hektar große Fläche, die der Schweizer Konzern gekauft hat, absolut altlastenfrei sein sollte, gab es ein Problem. "Uns war mit einem Zertifikat bestätigt worden, dass hier keine Munition mehr liegt", so Erhardt. "Trotzdem haben wir Übungsgranaten gefunden." Insgesamt 50 000 Kubikmeter Boden mussten abgeschoben werden, bevor der Bau beginnen konnte. Und als bereits mehr als die Hälfte des Erdreiches bewegt war, kamen die Granaten zu Tage. "Die meisten waren ungefährlich", sagt Ulrich Walter. "Aber etwa fünf Prozent waren noch scharf."

Dass die gefährlichen Hinterlassenschaften der Roten Armee bei der groß angelegten Suche vor einigen Jahren nicht gefunden wurden, liegt am Material. "Aluminium ist nur bis in eine Tiefe von etwa 50 Zentimeter mit Metallsuchgeräten aufzuspüren", weiß Walter zu berichten. Die Übungsgranaten waren aber bis zu sechs Meter tief im Erdreich vergraben. Jetzt durchsucht der Munitionsbergungsdienst noch einmal den gesamten Bodenaushub. Die Kosten in Höhe von 1,2 Millionen Euro trägt das Land.

Insgesamt arbeiten derzeit etwa 50 Leute auf der Baustelle. 22 davon sind Nestlé-Mitarbeiter. Sie koordinieren den Bauablauf und die Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt und dem Land. "Bisher lief alles ganz hervorragend", sagt Jens Ehrhardt. "Die Verwaltung arbeitet sehr schnell und effektiv."

Auf der Baustelle im Industriepark sind mehrere Unternehmen aktiv. Projektiert wurde das Werk vom Architekturbüro Henn aus München. Der Planer hat unter anderem auch die Gläserne Manufaktur in Dresden und die Autostadt in Wolfsburg entworfen. Die Baustelle hat ein Betrieb aus Mainz eingerichtet. Den Rohbau erstellt die Firma Dechant aus Oberfranken. Die Betonfertigteile kommen aus Rostock, die Erdarbeiten erledigte ein Unternehmen aus Waren/Müritz.

Am 31. Mai soll für die Riesenhalle Richtfest gefeiert werden. Allerdings stehen dann von der Halle nur die Stützen. Die Dachbinder kommen planmäßig erst ganze zwei Monate später. Doch das darf keine Rolle spielen. Denn zur Feier hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel angesagt. Und die hat nur Ende Mai Zeit, danach geht es in die heiße Phase des Bundestags-Wahlkampfes. "Wir mussten uns da nach dem Terminkalender der Kanzlerin richten", so Jens Ehrhard.

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