Kräftiger Rückenwind für den Fahrradverkehr

<strong>Pedelecs </strong>können Autofahrer aufs Rad zu holen.<foto>archiv</foto>
Pedelecs können Autofahrer aufs Rad zu holen.archiv

svz.de von
17. Januar 2013, 07:50 Uhr

Schwerin | Immer mehr Deutsche lassen sich beim Fahrradfahren kräftig in die Pedalen "greifen". Pedelecs, also Räder mit unterstützendem Elektroantrieb, und die noch kräftigeren E-Bikes sorgen Jahr für Jahr für neue Verkaufsrekorde. Rund 310 000 Exemplare fanden 2011 einen neuen Besitzer, etwa 400 000 im vergangenen Jahr. Was vor einigen Jahren noch als Oma-Rad verschrien war, wird inzwischen auch bei Jüngeren salonfähig. Während sich 2009 noch 24 Prozent aller Personen, die für den "Fahrrad-Monitor Deutschland" der Sinus Markt- und Meinungsforschung befragt wurden, für das Thema Pedelec interessierten, waren es zwei Jahre später schon fast doppelt so viele.

Dieser Trend ist auch im Tourismusland Mecklenburg-Vorpommern zu spüren. "Wir haben verstärkt Nachfragen nach Pedelec-Touren", sagt Ralf Tetmeyer, Inhaber von Radreisen Mecklenburg in Kreien. "Die können dann zu unseren Touren dazugebucht werden."

In der Regel sind die Interessenten keine passionierten Radfahrer. "Mit Hilfe der Pedelecs kann ich Menschen aus dem Auto aufs Fahrrad holen, die bislang nicht Rad gefahren sind, weil es ihnen zu anstrengend war", sagt Jörn Kolbe, Repräsentant von "movelo" in Mecklenburg-Vorpommern und Geschäftsführer der Stralsunder VELOneum GmbH. "Movelo" ist ein touristisches Projekt, das über Partner Elektrofahrräder zum Leihen anbietet und für Akkuwechselstationen sorgt. "Bei unseren Gruppentouren für Betriebe, Vereine oder ähnliches merken wir, dass die Pedelecs helfen, die Leistungsunterschiede der Teilnehmer zu kompensieren", so Kolbe. "So haben alle Spaß bei dem Ausflug."

Besonders wichtig für Fahrer von Pedelecs: Je nach Modell braucht man früher oder später eine Steckdose, sonst wird das Treten richtig schwer. Zumindest auf dem Radfernweg Berlin-Kopenhagen müssen sie sich darüber keine Gedanken mehr machen. Zur Saison 2012 waren in einem Pilotprojekt auf der gesamten Strecke Ladestationen für Pedelecs installiert worden - 57 insgesamt. Damit sei der Radweg Berlin-Kopenhagen der erste internationale Radweg, der durchgängig mit Ladestationen ausgestattet ist, so das Schweriner Wirtschaftsministerium. Aber auch oder gerade für die Pedelec-Fahrer ist die Qualität der Radwege wichtig. "E-Radler sind Komfort- und Genussradler", sagt Jörn Kolbe. "Die sind total genervt von schlechten Wegen."

Pedelecs haben nicht nur Potenzial für den Tourismus, sondern auch für den Alltagsverkehr. Sie erlauben es, größere Entfernungen in der Stadt sowie zwischen Umland und Stadt zurückzulegen, ohne völlig abgekämpft bei der Arbeit anzukommen. Nach Ansicht der Macher des "Nationalen Radverkehrs plans 2020" seien dank dieser technischen Unterstützung (Arbeits-)Wege bis zu zehn Kilometern durchaus möglich. Und die machten immerhin mehr als drei Viertel aller Wege aus.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen