Kommunen verdienen mit dem Zahngold von Toten

Zahngold zu entfernen, hält der Bestatterverband für pietätlos. <foto>Foto: dpa</foto>
Zahngold zu entfernen, hält der Bestatterverband für pietätlos. Foto: dpa

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02. Juli 2012, 11:06 Uhr

Schwerin | Mit dem Zahngold von Toten verdienen einige Städte in der Bundesrepublik richtig Geld. In Mecklenburg-Vorpommern verzichten die Kommunen jedoch darauf, nach der Verbrennung im Krematorium das Zahngold aus der Asche zu nehmen und zu Geld zu machen. Das Edelmetall werde mit der Asche beigesetzt, hieß es bei den Stadtverwaltungen in Schwerin, Rostock, Neubrandenburg und Greifswald - den Städten, die im Land Krematorien betreiben.

Andere Kommunen gehen mit dem Gold ganz anders um: Die Stadt Nürnberg verdient nach Angaben der Friedhofsverwaltung rund 250 000 Euro jährlich mit Altgold.

Im Krematorium Neubrandenburg bleiben die Edelmetalle bei den sterblichen Überresten und werden nach der Einäscherung mit der Asche in die Urne gefüllt, erläuterte Stadtwerke-Sprecherin Anja Hünemörder. So werde das auch in Schwerin gehandhabt, sagte eine Sprecherin der Stadt. Im Krematorium in Greifswald gibt es keinen Edelmetallabscheider, um Metall und Asche zu trennen, wie eine Sprecherin mitteilte. Diebstähle seien deswegen ausgeschlossen und bisher auch nicht bekannt geworden.

In Rostock werden Wertgegenstände und Beigaben sowie Prothesen, die sich bei der Anlieferung an oder in der Leiche befinden, grundsätzlich mit eingeäschert. Nach der Einäscherung würden größere nicht-brennbare Fremdstoffe entfernt werden, berichtete der Leiter der Abteilung Friedhofsmanagement, Dirk Zellmer. Die Asche werde mit allen Edelmetallrückständen beigesetzt. Grundlage dafür sei die Geschäftsanweisung zum Betrieb des Krematoriums.

Eine Entfernung von Zahngold hält der Vorsitzende des Bestatterverbandes im Land, Volker Arndt, für pietätlos. Das sei bisher auch noch nie von Angehörigen gewünscht worden, sagte er. Häufiger werde dagegen bestimmt, dass Schmuck wie Eheringe, Ketten oder Ohrringe bei dem Toten verbleibt.

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