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11. Dezember 2017 | 08:47 Uhr

Kommentar: "Riskantes Urteil"

vom

svz.de von
erstellt am 26.Sep.2013 | 06:56 Uhr

Der Zug kommt zu spät, viel zu spät. Aber statt "Geld zurück" gibt es nur den dubiosen Hinweis auf "höhere Gewalt". Das wird nun anders. Doch wirklich glücklich kann man mit dem Urteil wohl nicht sein. Selbst wenn man die mögliche Folge einer Fahrpreis-Erhöhung außer acht lässt, mit der die Bahn die steigenden Risiken wieder hereinholt, dürfte der Spruch aus Luxemburg nur auf den ersten Blick ein Befreiungsschlag sein. Denn tatsächlich bürdet der Hof den europäischen Zug-Betreibern die Folgen für Risiken auf, die nicht in ihrer Verantwortung liegen. Die DB mag an Vielem schuld sein. Aber ganz sicher nicht an Orkanen, Überschwemmungen oder Unfällen, die den Schienenverkehr lahmlegen. Noch ungerechter wird die Lastenverteilung im Falle von Streiks. Europas Richter haben die Erpressbarkeit einseitig verschoben. Natürlich war es richtig, dass die EU die Fahrgast-Rechte ausgedehnt hat. Der tiefere Sinn dieser Vorschrift bestand aber darin, die Unternehmen zu zwingen, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um pünktlicher zu werden. Aber niemand wollte damit erreichen, dass die Bahn-Konzerne auch für schlechtes Wetter verantwortlich sind.

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