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Kommentar: "Personalkonzept auf den Müll" von Max-Stefan Koslik

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Es ist jedes Jahr das gleiche Dilemma. Zwei, drei Monate nach Beginn des Ausbildungsjahres merkt man in den Schulämtern und im Bildungsministerium plötzlich: ,Hups, da fehlen ja massiv Lehrer an den Berufsschulen.’ Man darf schon mal nach dem Prozedere der Lehrerbedarfsplanung fragen und nach der Professionalität der Planer. Exakt am 29. November, also vor zehn Tagen, erhielt die Landtagsabgeordnete Simone Oldenburg (Linke) auf ihre parlamentarische Anfrage zur "Unterrichtsversorgung an den beruflichen Schulen" von Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) die Antwort: "Nach Umsetzung des Jahresarbeitszeitmodells wird im Schuljahr 2011/2012 in allen Staatlichen Schulämtern mit den zur Verfügung stehenden Stellen eine hundertprozentige rechnerische Unterrichtsversorgung... in allen Bereichen erreicht."

Gestern beschloss der Finanzausschuss plötzlich 56 zusätzliche Lehrerstellen an den Berufsschulen. Durch 1300 zusätzliche Auszubildende am 1. August sei ein zusätzlicher Lehrerbedarf entstanden. Ja, was denn nun?

Diese Begründung ist schlicht falsch. Das seit 2010 geltende Lehrerpersonalkonzept mit Teilzeit für Berufsschullehrer führte dazu, dass sich schon 2010 ein Berg von 14 000 Überstunden auf den Jahresarbeitszeitkonten der Berufsschullehrer anhäuften. Per 31. Oktober schoben die Lehrer schon 31 800 Stunden vor sich her. Höchste Zeit, dies über zusätzliche Stunden auszugleichen. Viele Bezirkspersonalräte sind nicht bereit, neue Teilzeitverträge zu unterzeichnen. Zudem gibt es ein Gerichtsurteil, laut dem Zwangs teilzeit nicht verordnet werden darf. Mitte Januar gibt es ein Ministertreffen zum Personalkonzept. Es gehört auf den Müll.

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erstellt am 08.Dez.2011 | 07:40 Uhr

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