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Kommentar "Gnadenfrist für Rösler" von Andreas Herholz

vom

Christian Lindner wirft hin. Der Rücktritt des FDP-Generalsekretärs stürzt die FDP noch tiefer in die Krise, zeigt er doch, dass die neue Parteiführung gescheitert ist. Bereits den Führungswechsel hatten der neue Parteichef Philipp Rösler und seine liberale Boygroup vermurkst. Und auch danach wurde es nicht besser. Guido Westerwelle, den viele als Hauptursache für den jähen Absturz nach der Bundestagswahl 2009 ausgemacht hatten, ist immer noch Außenminister und mischt hinter den Parteikulissen mit. Pleiten, Pech und Pannen auch unter dem neuen Vorsitzenden. Sein Management des Mitgliederentscheides über die Euro-Hilfe war dilettantisch. Anstatt entschlossen für die eigene Position zu kämpfen, lavierte Rösler herum, setzte auf ein Scheitern der Euro-Rebellen mangels Beteiligung der Basis, agierte mit Tricks und erklärte schließlich vorschnell das Scheitern der Initiatoren.

Rösler hat es nicht geschafft, den Abwärtstrend der Liberalen zu stoppen. Im Gegenteil: Er hat die Krise der Partei noch verschärft. Jetzt geht es nicht mehr darum, an alte Erfolge anzuknüpfen, sondern nur noch ums nackte politische Überleben. Für Rösler könnte es schon am Ende der Woche knapp werden, wenn das Ergebnis des Mitgliederentscheides vorliegt und die Parteispitze zu einer weiteren Krisensitzung zusammenkommt. Kann er sich noch einmal retten und eine letzte Gnadenfrist gewinnen, bleiben ihm und seinem neuen Generalsekretär Patrick Döring nur noch wenig Zeit, um noch rechtzeitig vor der Schicksalswahl für die FDP in Schleswig-Holstein zu liefern. Gelingt es Rösler nicht, ist er geliefert.

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erstellt am 14.Dez.2011 | 07:47 Uhr

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