Kommentar: Falsches Spiel

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30. September 2012, 05:44 Uhr

Ein NPD-Funktionär im Trikot des Unparteiischen - wirklich überraschen kann diese Nachricht nicht. Dass sich unter den Tausenden, die jedes Wochenende auf holprigen Rasenplätzen dem runden Leder hinterherjagen auch Anhänger der NPD finden, ist nur logisch. Das Empörende am Fall Bahlmann aber ist: Da leitet einer Spiele der jüngsten Balljäger, der in seinem politischen Aktivismus die Werte der Fairness mit Füßen tritt. Zuletzt wurde er bei den Protesten im Greifswalder Kreistag handgreiflich, bereits zuvor beleidigte er einen Journalisten als "Judensau".

Und der Verein? Der verbarrikadiert sich hinter der Floskel, die NPD sei nicht verboten, Sport und Politik gehörten strikt getrennt. Dabei ist bekannt, dass ein Verbot der NPD eben nicht an der Verfassungstreue der Partei scheiterte. Diese Indifferenz gegenüber der offen fremdenfeindlichen Partei ermöglicht es der NPD, ihre Strategie der Kümmerer vor Ort voll aufgehen zu lassen. Zu gegebener Zeit aber wird sie diese Jacke abstreifen.

Spätestens dann wird man auch in Löcknitz feststellen: Das Spiel mit der NPD hätten wir besser nie angepfiffen.

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