Knappes Telegramm aus Deutschland

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07. November 2012, 08:16 Uhr

Berlin | Kommt er nun oder nicht? Macht Barack Obama, der Wunschpräsident der Deutschen, nach seiner Wiederwahl in seiner zweiten Amtszeit nicht länger einen Bogen um Berlin? Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte es eilig und verband die Glückwünsche gleich mit einer Einladung in die deutsche Hauptstadt. "Es wäre mir eine Freude, Sie bald wieder als meinen Gast in Deutschland begrüßen zu können", schrieb die Kanzlerin in einem knappen und nüchternen Telegramm.

Sind die alten Wunden verheilt? Kommen sich Merkel und Obama wieder näher? "Ich weiß, er will zurückkehren", macht US-Botschafter Philip D. Murphy Hoffnung auf einen Berlin-Besuch seines Präsidenten in nicht allzu ferner Zukunft. Die Kanzlerin weiß um die hohe Popularität des Präsidenten auch hierzulande. Laut Umfragen hätten mehr als 90 Prozent der Bundesbürger dem US-Präsidenten ihre Stimme gegeben.

Merkel und Obama - so herzlich und eng wie man im Kanzleramt das Verhältnis der beiden darstellt, ist es bislang nicht gewesen. Dass die Kanzlerin einen Auftritt des Präsidentschaftskandidaten 2008 vor dem Brandenburger Tor verhindert und damit indirekt für den damaligen republikanischen Präsidenten Bush Partei ergriffen hatte, soll ihr Obama übel genommen haben. Bis heute konnte Merkel den US-Präsidenten nicht im Kanzleramt empfangen. Obama hielt seine Rede damals vor 200 000 Menschen im Berliner Tiergarten.

Immerhin: Obama zeichnete Merkel im Weißen Haus mit der Freiheitsmedaille aus, eine Ehrung, die nur wenigen zuteil wird. Anders als 2008 hat es Merkel in diesem Jahr vermieden, im US-Wahlkampf Stellung für einen der Bewerber zu beziehen. Die letzten vier Jahre waren durchaus von Kontroversen geprägt. So drängte Obama immer wieder in der Euro-Krise, Merkel solle ihren Kurs der Konsolidierung aufgeben. Und im Libyen-Konflikt stand Berlin nicht immer an der Seite der USA.

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