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Splitter : Kleines Café im großen Spielhaus der Kinder

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

von
erstellt am 25.Apr.2016 | 10:42 Uhr

Die Radfahrer sind schuld. Schuld daran, dass Bärbel Martens – von Hause aus Parfümeriefachverkäuferin – jetzt ein Café betreibt. „Hier auf der Kreuzung standen die Radler immer und fragten, wo sie etwas zu trinken bekommen könnten“, erzählt die 48-Jährige und weist auf die Straße vor dem Haus. „Die Gaststätte ist ja seit mehreren Jahren dicht.“ Und so entschied sie sich, ihr Kleines Garten-Café zu eröffnen. „Nachdem wir 2014 wieder nach Rüterberg gezogen waren und ich dadurch nicht mehr in Hamburg arbeiten konnte, wollte ich hier irgendetwas machen“, sagt die Mutter dreier Kinder. „Nur zu Hause zu sitzen, wäre nichts für mich.“

Die „Immobilie“ war schnell gefunden: das große Spielhaus im Garten, das der Schwiegervater und Opa einst für die beiden inzwischen erwachsenen Töchter gebaut hatte. Ein paar Anbauten – fertig war das Café mit Terrasse und Garten. Die Kuchen und Torten backt sie allesamt selbst – „meist nach Rezepten meiner Mutter“, so Bärbel Martens.

Obwohl zurzeit noch nicht viele Touristen und Ausflügler an der Elbe unterwegs sind, hat Bärbel Martens ihre zweite Saison als Café-Chefin längst eingeläutet. Sie freut sich auf ihre Gäste und ist gespannt. „Ich finde es schön, dass auch mal Zeit bleibt, mit ihnen zu erzählen. Da hört man interessante Geschichten.“ Zum Beispiel von einem über 70-jährigen Mann, der mit Fahrrad und Anhänger mit Zelt von Dresden nach Cuxhaven unterwegs war. „Die Elbe-Tour war der Test für seine geplante Fahrt zu seiner Tochter nach Frankreich.“

Geheimnisvoller Gang unter der Elbe

Die Stadt Dömitz ist eine Station der Sagen- und Märchenstraße durch Mecklenburg. Zu verdanken hat sie das der Legende um den geheimnisvollen Trommler. Stadtführerin Marina Möller erzählt sie gern und freut sich, wenn ihr Dömitzer Kinder dann mit großen Augen bestätigen: „Die Geschichte stimmt. Die hat mir mein Opa schon erzählt.“ Ihren Ursprung hat die Sage im 12. Jahrhundert. Damals wurde mit dem Bau vom „Festen Haus Dömitz“ auch ein geheimnisvoller Tunnel unter der Elbe bekannt. Die Grafen von Dömitz „comes de domeles“ hielten das Wissen um diesen Tunnel aus Angst vor Überfällen geheim. So konnten sie unbemerkt und trockenen Fußes von der Burg Dömitz ans andere Elbeufer gelangen. Der Tunnel geriet nach dem Tod des Grafen in Vergessenheit. Erst um 1720 kam der geheimnisvolle Tunnel durch den ängstlichen Herzog namens Karl Leopold wieder ins Gerede. Laut Überlieferung soll der Herzog damals einen auf der Wache eingeschlafenen Soldaten zur Strafe in den Tunnel geschickt haben. Der Soldat musste bei der Erkundung des Tunnelganges eine Trommel schlagen, damit die am Eingang Wartenden mehr über den Verlauf des Tunnels erfahren konnten. Nach einiger Zeit waren keine Trommelschläge mehr zu vernehmen und es wurde immer stiller. Der Soldat kehrte nicht zurück. Von nun an betrat niemand mehr den Tunnel. Der Eingang geriet erneut in Vergessenheit. Aber wer gut hinhört, kann den Trommler noch heute hören. Um Mitternacht bei Vollmond klingen dann weit entfernt Trommelschläge, die die Dömitzer in die geheimnisvolle Welt unter die Elbe locken wollen...

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