Klares Votum für Eigenständigkeit

Am Sonntag um 18 Uhr wurde die Urne geöffnet, 20 Minuten später konnte Michael Kühl (hinten links) das Ergebnis verkünden.
Am Sonntag um 18 Uhr wurde die Urne geöffnet, 20 Minuten später konnte Michael Kühl (hinten links) das Ergebnis verkünden.

Auch der dritte Eingemeindungskandidat am Rande Schwerins zeigt Flagge. Am Bürgerentscheid gestern in Raben Steinfeld nahmen fast drei Viertel der Wahlberechtigten teil. Und deren Votum ist deutlich: 98 Prozent wollen sich gegen eine Eingemeindung zur Wehr setzen.

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12. Januar 2009, 10:47 Uhr

Raben Steinfeld | Die Frage "Soll die Gemeinde Raben Steinfeld sich gegen eine Eingemeindung in die Landeshauptstadt zur Wehr setzen?" beantworteten gestern 713 Raben Steinfelder mit Ja, 13 Wahlberechtigte machten ihr Kreuz bei Nein. Einen Stimmzettel erklärte der Wahlausschuss für ungültig. Die Gemeindevertretung um Bürgermeister Horst-Dieter Kobi hat damit das angestrebte und erhofft klare Votum für die dauerhafte Eigenständigkeit der Gemeinde erhalten. "Es wären sicher noch mehr Ja-Stimmen gewesen", schätzte Wahlleiter Michael Kühl ein. Denn die ohnehin hohe Wahlbeteiligung von 74 Prozent (973 Bürger ab 16 Jahre waren stimmberechtigt) hätte übertroffen werden können. "Es kamen zahlreiche Einwohner mit den Ausweisen von erkrankten oder verhinderten Angehörigen", erzählte Kühl. "Doch ihre Stimmen durften nur die Personen abgeben, die gestern ins Gemeindehaus kamen."

Dennoch waren die fünf ehrenamtlichen Wahlhelfer mit dem Tag der Abstimmung sehr zufrieden. "Es hat richtig Spaß gemacht", erzählt Dieter Hundt. "Viele haben sich bei uns bedankt, weil wir hier sitzen und betont, dass sie sich auch für Raben Steinfeld einsetzen wollen." Schon fünf Minuten vor 8 Uhr stand die erste Wählerin vor der Tür, zwei Minuten vor 18 Uhr landete der letzte Stimmzettel in der Urne. "Eigentlich war ständig jemand da, es gab nie Langeweile", so Lothar Richter.

Auch die Auszählung stellte kein Problem für das eingespielte Team dar. Rasch waren die Ja- und Nein-Stimmen voneinander getrennt und gezählt worden. Um 18.20 Uhr konnte Michael Kühl das Ergebnis verkünden. "Dass dazu zahlreiche Einwohner nochmals ins Gemeindehaus gekommen waren, freute mich besonders", betonte Richter. Einer der Zuhörer war Heinz Winkler (74). "Das ist ein gutes und überzeugendes Ergebnis", meinte der Rentner. "Es wird immer ein paar geben, die nicht kommen oder für Schwerin sind." Inge Jobke (68) betonte, dass sie zu der großen Mehrheit gehört, die keinen Anschluss an die Landeshauptstadt will: "Wir können stolz auf das sein, was wir allein erreicht haben. Das wollen wir erhalten."

Dass die Masse der Raben Steinfelder so denkt, davon waren die Gemeindevertreter schon vor der Abstimmung überzeugt. "Wir wollten aber Zahlen haben, damit wir besser argumentieren können, wenn das Thema wieder auf die Tagesordnung gesetzt wird", sagte Kobi nach der Auszählung und er betonte: "Entschieden wird diese Frage ohnehin im Landtag."

Dass die Landesregierung nach der heftigen Debatte im vorigen Herbst Zwangseingemeindungen für diese Wahlperiode ausgeschlossen hat, zerstreute längst nicht alle Befürchtungen in den drei betroffenen Gemeinden am Rande Schwerins. Die Gemeinde Wittenförden hatte ihre Einwohner schriftlich befragt. In Pampow wurden Unterschriften gesammelt. Die Raben Steinfelder gingen nun an die Urne. Das Ergebnis ähnelt sich: Fast alle Wahlberechtigten sprechen sich für ihre selbstständige Gemeinde aus.

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