Kita Gänseburg hat ein Zauberwort

Die Dreikäsehochs fühlen sich pudelwohl in der Natur. Die Waldtage haben in der Putlitzer  Kita Gänseburg   eine gute Tradition. Petra Ferch
Die Dreikäsehochs fühlen sich pudelwohl in der Natur. Die Waldtage haben in der Putlitzer Kita Gänseburg eine gute Tradition. Petra Ferch

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07. Mai 2013, 10:49 Uhr

Im März musste die Pirower Kita für ein paar Tage wegen Krankheit der Erzieher geschlossen werden, in Berge birgt der Personalbestand laut dem von der Landesregierung vorgegebenen Schlüssel ebenfalls solche Risiken. Deshalb gibt es in der Gemeinde Überlegungen, die Kita in eine andere Trägerschaft zu übergeben. Verbunden sei damit allerdings die Übernahme der Berger Erzieherinnen. Zu der als gGmbH geführten Kindereinrichtung "Gänseburg" in Putlitz hat man Kontakt aufgenommen. Die Einrichtung stellte ihr Konzept schon einmal in der Gemeindevertretung in Berge vor, mittlerweile gab es auch schon einen Gegenbesuch in Putlitz.

Die Gänseburg ist im wahrsten Sinne des Wortes ein großes Haus. Zwischen 100 und 105 Mädchen und Jungen von ganz klein bis einschließlich Hortalter werden hier betreut. Elf Erzieherinnen bzw. Erzieher kümmern sich um die Kinder. Und das in einer guten Altersmischung von jahrelanger Erfahrung und jugendlichem Elan, um es einmal salopp auszudrücken. Wie hat diese Einrichtung das geschafft in Zeiten, in denen gerade erzieherischer Nachwuchs nur schwer zu haben ist?

Das Zauberwort in Putlitz heißt Praktikanten, aber mit Zauberei hat es denn doch nichts zu tun, macht Kita-Leiterin Ines Müller deutlich. Viel mehr stecke dahinter Aufwand, den sie aber gemeinsam mit den beiden anderen Geschäftsführerinnen Petra Sperlich und Simone Lemke nicht scheut. So haben sie es mit dem gesamten Team auch geschafft, Konsultations-Kita für Praxisausbildung zu werden. Seit April 2012 verfügt die Gänseburg über dieses Zertifikat. Und damit bietet sie auch anderen Kindereinrichtungen Hilfe für die Praxisausbildung an.

Konkret sieht das in der Gänseburg so aus, dass Praktikanten hier nicht nur willkommen sind, sondern dass Ines Müller und ihre Kollegen auch Unterricht geben, nämlich in Erzieherklassen des Oberstufenzentrums Prignitz in Wittenberge. Richtig praktischen Einblick erhalten die jungen Leute dann in der Gänseburg selbst. "In diesem Schuljahr sind junge Leute aus drei verschiedenen Ausbildungsstufen bei uns, dazu kommt noch eine künftige Erzieherin aus Neuruppin", zählt Ines Müller auf. Und sie fügt hinzu, dass "wir auch Schülerpraktikanten aufnehmen ab Klassenstufe 9. Für die machen wir einen ganz speziellen Plan. Sie gehen durch alle Gruppen, lernen alle Angebote kennen, müssen auch mal mit putzen, damit sie wirklich erfahren, was der Beruf Erzieher alles umfasst", beschreibt die Kita-Leiterin. Sie verschweigt dabei nicht die Mehrarbeit, mit der das für das Team, besonders aber für sie und die anderen beiden Geschäftsführerinnen verbunden ist. "Aber unsere eigenen Kinder sind schon erwachsen und unsere Männer haben Verständnis dafür, dass wir mehr Zeit in die Arbeit investieren", gesteht sie lächelnd.

Um jungen Leuten nach erfolgreicher Ausbildung die Entscheidung leichter zu machen, nach Putlitz zu kommen, "bieten wir ihnen entsprechende Wochenstunden an, damit sich die Arbeit hier auch nach Abzug der Fahrtkosten noch lohnt", macht Ines Müller deutlich. Eine frühere Praktikantin konnte so schon eingestellt werden, ein junger Mann, der am Unterricht der Putlitzer teilgenommen hatte, überbrückt derzeit den Mutterschaftsurlaub einer Kollegin.

Bei allem Engagement für die Nachwuchsgewinnung ist für Ines Müller und ihr Team aber eines Gesetz: "Im Mittelpunkt stehen die Kinder. In ihrem Sinne werden die Mitarbeiter eingesetzt. Bei uns werden keine Gruppen aufgeteilt, gibt es keinen Erzieher, der mit 20 Kindern oder gar mehr arbeitet", unterstreicht sie. Und wer sich im Haus umschaut, einen Blick auf die Projekte und die Fotos darüber wirft, der merkt schnell, wie vielseitig sich in der Gänseburg mit den Mädchen und Jungen beschäftigt wird, egal ob ganz klein oder schon im Hort.

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