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25. September 2017 | 04:40 Uhr

Kippt das A14-Projekt noch?

vom

svz.de von
erstellt am 30.Nov.2011 | 07:56 Uhr

Colbitz/Schwerin | Der Bau der Nordverlängerung der Autobahn 14 von Magdeburg nach Schwerin hat gestern bei Colbitz begonnen. Den ersten Spatenstich für einen knapp 5,6 Kilometer langen Teilabschnitt setzten Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU), Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff und sein Verkehrsminister Thomas Webel (beide CDU). Während Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) von einem historischen Moment sprach, kündigen Vertreter des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) an, das gesamte Projekt zu Fall bringen zu wollen.

"Wir sind davon überzeugt, dass die Planung für die Nordverlängerung der Autobahn auf Basis falscher Zahlen erfolgte", sagt der Prignitzer BUND-Kreisvorsitzende Wilfried Treutler. Das beweise ein neues Gutachten, dass der BUND in der nächsten Woche im Detail vorstellen wolle. "Die gesamte Planung erfolgte auf der Grundlage von völlig überhöhten Prognosen", gab er einen ersten Einblick. Die Expertise komme beispielsweise zu dem Schluss, dass die zu erwartenden Fahrzeugzahlen viel zu hoch angesetzt worden sind und der Bevölkerungsrückgang nicht berücksichtigt wurde. "Wir haben jetzt auch Beschwerde bei der EU eingereicht, denn auf der Grundlage dieser Prognosen erfolgt die Bereitstellung von Fördermitteln", sagt Wilfried Treutler. Wegen der aus BUND-Sicht neuen Faktenlage sei auch der Trassenbau in der Prignitz infrage gestellt.

Ramsauer hob gestern dagegen die wirtschaftsliche Bedeutung des Projektes hervor: "Der heutige Baubeginn ist von großer Bedeutung für Ostdeutschland. Hier entsteht eine neue Lebensader für die wirtschaftliche Entwicklung in den neuen Ländern."

Für Haseloff hat das Teilstück Bedeutung für ganz Europa: "Es wird eine schnelle Verbindung geschaffen, die einen Teil der Verkehrsachse von Prag nach Hamburg werden wird und damit auch die mitteldeutschen Wirtschaftsregionen mit den deutschen Häfen an Nord- und Ostsee verbindet." Mecklenburg-Vorpommerns Verkehrsminister Volker Schlotmann (SPD) sagte: "Die A 14 wird die wirtschaftlichen Entwicklungschancen des Landes verbessern." Sie binde den Nordosten besser an das überregionale Verkehrsnetz an und schließe eine Lücke im deutschen Autobahngefüge. "Dadurch werden auch die Seehäfen Rostock und Wismar noch besser an das Autobahnnetz Richtung Süden angeschlossen."

1,25 Milliarden Euro soll die 155 Kilometer lange Trasse kosten. Für das erste Teilstück sind 48,8 Millionen Euro geplant. Es schließt den Bau von sechs Brücken ein und soll 2014 fertig sein. Die gesamte Nordverlängerung der A14 soll im Jahr 2020 abgeschlossen sein.

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