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Kommentar : Kindesmissbrauch darf nicht zur Bagatelle werden

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Gewalt gegen Kinder, Totschlag, Pornographie – wer wegsieht, ist mitschuldig

Inga ist weg. Noch immer. Seit Wochen suchen Ermittler fieberhaft nach der Fünfjährigen aus Sachsen-Anhalt. Die Polizei geht inzwischen von einem grausamen Verbrechen aus.

Und mit jedem Tag schwindet nicht nur die Hoffnung der Eltern und Angehörigen, sondern auch die öffentliche Aufmerksamkeit. Gewalt gegen Kinder, Mord, Totschlag, Missbrauch, Kinderpornographie – es ist eine erschütternde Bilanz, die sich Jahr für Jahr in der Polizeilichen Kriminalstatistik verbirgt. Und dazu kommt noch die Dunkelziffer der Fälle, die nicht bekannt werden.

Der Deutschen Kinderhilfe und dem Bundeskriminalamt sei Dank bleibt dieses Kapitel aber nicht nur eine Fußnote in der großen Statistik. Wenn in Deutschland Tag für Tag etwa 40 Kinder missbraucht werden und wenn in jeder Schulklasse mindestens ein bis zwei Kinder sitzen, die sexuelle Gewalt erleben mussten, dann ist dies ein Alarmsignal, das nicht einfach ausgeblendet werden darf. Denn wer wegsieht und nicht hinhört, wer lieber die Augen verschließt als zu helfen, der macht sich in gewisser Weise mitschuldig. Die Schwächsten der Gesellschaft brauchen besondere Aufmerksamkeit und auch Schutz. Die Ausstattung der Jugendämter darf nicht nach aktueller Kassenlage geschehen. Hier hat der Staat eine besondere Verantwortung. Doch lassen uns auch immer wieder Fälle aufhorchen, in denen die Kinder- und Jugendschützer alle Warnsignale missachten und nicht rechtzeitig einschreiten.

Und wer einem Kind Gewalt antut, darf nicht davon ausgehen können, dass er mit einer Bagatellstrafe davonkommt. Hier muss die ganze Härte des Gesetzes wirken. Der Schutz und die Rechte der Kinder dürfen nicht nur in Sonntagsreden hochgehalten werden. Staat und Gesellschaft sind hier tagtäglich gefordert.

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