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23. November 2017 | 01:07 Uhr

Kinder mit Schlauchboot gekentert

vom

svz.de von
erstellt am 17.Jul.2013 | 08:33 Uhr

Prerow | Dank des beherzten Einschreitens eines Badegastes ist für zwei Kinder das Kentern ihres Schlauchboots in der Ostsee vor Prerow gestern ohne ernste Folgen geblieben. Nach Angaben der DLRG war das kleine Boot etwa 80 Meter vom Ufer entfernt gekentert, die 5- und 11-jährigen Jungs klammerten sich aneinander. Einer von ihnen war nach Angaben eines Rettungsschwimmers Nichtschwimmer, der Vater habe die Szene vom Ufer aus beobachtet. Der Badegast in der Nähe hatte die Jungs festgehalten, bis das Rettungsboot da war. Er habe berichtet, dass sie bereits drohten unterzugehen, als er sie erreichte. Die Kinder waren den Angaben zufolge in dem 2,5 Meter tiefen Wasser ohne elterliche Begleitung. Sie trugen auch keine Schwimmhilfen oder Auftriebskörper.

Der Rettungsschwimmer und Arzt Christof Cech bezeichnete das Verhalten der Eltern als extrem leichtsinnig. Eltern müssten aber wissen, dass auch Schwimmhilfen und Auftriebskörper keinen sicheren Schutz bieten. Kinder dürften zudem nie ohne Begleitung Erwachsener ins tiefe Wasser.

In diesem Sommer sind beim Baden in Mecklenburg-Vorpommern schon mindestens acht Menschen gestorben, darunter zwei Kinder.

Doch Nicole Toczek, Wachleiterin bei der DLRG in Graal-Müritz, kann deshalb bei einigen Badenden keine erhöhte Sensibilität der Gefahr gegenüber feststellen.

Im Gegenteil: "Wenn wir Badende auf die Gefährdung hinweisen und sie auffordern, das Wasser zu verlassen, werden wir beschimpft und bedroht. Das ist auch fast schon in eine Schlägerei ausgeartet", sagte Toczek. Manche Schwimmer gingen bei roter Beflaggung extra aus dem von der DLRG überwachten Bereich heraus. Sehr riskant. "Wenn wir die rote Flagge für Badeverbot setzen, machen wir das nicht ohne Grund."

Angesichts der begrenzten Befugnisse der Rettungsschwimmer befürwortete Toczek die Aufnahme der Badeaufsicht in das Landesrettungsgesetz. Die Rettungsschwimmer wären dann bei bedrohlichen Situationen den Badenden gegenüber nicht hilflos. "Derzeit dürfen wir die Leute nur darauf hinweisen." Die Forderung nach Aufnahme ins Rettungsgesetz war unter anderem auch vom Landestourismusverband unterstützt worden.

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