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23. November 2017 | 01:20 Uhr

Kellnerin über den Dächern Schwerins

vom

svz.de von
erstellt am 25.Jul.2013 | 09:17 Uhr

Schwerin | Sie arbeitet in einer der höchsten Strandbars Mecklenburg-Vorpommerns und über den Dächern Schwerins - Sindy Kunze. Die 23-Jährige ist Kellnerin im Sky Café, auf dem Dach des Parkhauses der Schweriner Höfe. Vom Trubel am Pfaffenteich und der Mecklenburgstraße ist dort oben nichts zu merken. Inmitten der Schweriner Altbauten ist mit weißem feinkörnigen Sand, Palmen und Fackeln eine Strandlandschaft entstanden, in der sich ein heißer Sommertag harmonisch ausklingen lässt. "Das Arbeiten hier ist total klasse. Man hat einen richtig tollen Blick über Schwerin und vergisst zwischendurch, dass das eigentlich die Arbeit ist", sagt Kunze, während ihr die Sonne ins Gesicht strahlt.

Die gebürtige Parchimerin hat ihre Karriere als Hotelfachangestellte begonnen. Ein Dreivierteljahr hätte sie dann in der Metropole London gearbeitet, um dort ihre Sprachkenntnisse zu verbessern und Auslandserfahrungen zu sammeln. "Das war eine unglaublich aufregende Zeit dort. Jetzt weiß ich, dass ich vorerst Kellnerin bleiben möchte und nicht zurück an die Rezeption eines Hotels", so die 23-Jährige.

Passend zur Sommersaison kam sie zurück nach Deutschland. Durch eine Bekannte wäre sie auf das Sky Cafe aufmerksam geworden und arbeite dort seit Ende Mai. "Ich wusste gar nicht, dass es diese Bar hier gibt. Das Arbeiten ist aber klasse - man ist an der frischen Luft, hat karibisches Flair, kann über ganz Schwerin blicken und wird nebenbei noch braun." Drei Stunden Probearbeiten musste sie absolvieren, dann hatte sie den Traumjob ihres Sommers.

Die Entscheidung, zum ersten Mal in einer Strandbar zu arbeiten, fiel ihr nicht schwer, denn schließlich sei der Sand gut für die Füße - so heißt es. Jedoch habe sich die ungeübte 23-Jährige in diesem Sommer bereits den Fuß verstaucht, weil sie es einfach nicht gewohnt sei, barfuß und acht Stunden im Sand zu laufen. "Man glaubt es gar nicht, aber auch ohne Schuhe tun einem am Ende des Tages die Füße weh", sagt sie und entspannt kurz im Schatten.

Sie versuche, die Sonne und die Wärme momentan auszunutzen, denn "im Winter arbeite ich wieder in Österreich in einem Hotel in Lech am Aarlberg. Aber da dann auch nur im Bar- und Klub-Bereich," sagt Sindy Kunze schmunzelnd. "Ich mag die Gäste einer Bar so gerne, weil sie einfach viel entspannter und lockerer sind, als die im Hotel. Es ist egal wie alt man ist oder welchen Beruf man hat, Hauptsache man hat Spaß, in Gesellschaft zu sein." Das Geld der Saisonarbeiten spare sie, um ein weiteres Mal im Ausland zu arbeiten - dann aber in Amerika.

Momentan bahne sie sich noch beinahe täglich ihren Weg durch fast 75 Tonnen weißen Beachvolleyball-Sand. Diesen habe Betriebsleiter Amr Attia speziell von einem Unternehmen aus Niedersachsen gemietet und mit einem Silo-Fahrzeug auf das Dach pusten lassen. "Ich habe Sand aus ganz Deutschland ausprobiert, aber keiner war so sauber und gut wie dieser", berichtet der 52-jährige Attia. Mit einem vollen Tablett eilt die 23-Jährige immer mal wieder zu den Gästen und überbringt freudestrahlend Cocktails und andere kühle Getränke. "Die Leute kommen her, um Cocktails zu trinken. In diesem Jahr ist der Caipi Melon auf jeden Fall einer der beliebtesten, wegen seines fruchtigen und frischen Geschmacks."

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