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20. September 2017 | 02:28 Uhr

Keine neuen Windeignungsgebiete

vom

svz.de von
erstellt am 06.Jun.2013 | 10:36 Uhr

Geht es um Windparks in der Prignitz, dann ist der Regionalplan aus dem Jahr 2000 nach wie vor rechtskräftig. Und der weist für die Gemeinde Groß Pankow (Prignitz) drei Windeignungsgebiete aus: Das ist zum einen das Gebiet Kuhbier-Kuhsdorf, zum anderen der Bereich bei Klein Woltersdorf und zum dritten das Areal Reckenthin, das sich an den Windpark von Krampfer (Gemeinde Plattenburg) anschließt.

Dennoch sind seit Wochen Investoren unterwegs und versuchen neue Ländereien für künftige Windparks zu erschließen, sprechen mit Landeigentümern, machen Vertragsangebote. So beispielsweise für den Bereich, der sich von Seddin bis Groß Linde erstreckt und damit auch die Umgebung des archäologisch bedeutsamen Seddiner Königsgrabes erfasst. So kam es nicht von ungefähr, dass die jüngste Bauausschusssitzung der Groß Pankower Gemeindevertretung auf ein vergleichsweise großes Bürgerinteresse stieß. Denn dort wurde über die von der regionalen Planungsgemeinschaft Prignitz-Oberhavel avisierte Neuausweisung von Windeignungsgebieten informiert.

Doch Groß Pankows Bauamtsleiter Halldor Lugowski konnte alle, die Sorge vor weiteren Windparks in der Gemeinde haben, beruhigen. Zumindest was die jetzt von Neuruppin vorgelegten Suchgebiete für die künftige Regionalplanung anbelangt. Denn die, so Lugowski, bestätigten lediglich die bisherigen Eignungsgebiete der Gemeinde. Der Windpark Kuhbier-Kuhsdorf fällt dabei sogar kleiner aus als der bisherige. Das hänge mit neuen gesetzlichen Anforderungen zusammen, was beispielsweise den Abstand der Windräder zu Ortschaften anbelangt. Mit anderen Worten: Erlangt der Regionalplan Gesetzeskraft, dann hätten zwar Altanlagen in einem bestimmten Bereich Bestandsschutz, dürften aber nicht durch neuere ersetzt werden. Fast gleichbleibend groß sei der Bereich Klein Woltersdorf laut den aktuellen Suchgebieten. Vergrößert werden soll dagegen der Bereich Recken thin-Krampfer.

Ausdrücklich betont Lugowski auf "Prignitzer"-Nachfrage, dass das Areal von Seddin bis Klein Linde nicht als Suchgebiet ausgewiesen sei nach den jetzigen Vorschlägen der Regionalplaner. Unabhängig davon hätten Windplaner die Möglichkeit, andere Flächen zu beantragen. "Wir als Gemeinde sind aber daran interessiert, den Raum des archäologischen Pfades und damit auch des Königsgrabes Seddin von solchen Bauten frei zu halten", unterstreicht Lugowski. Zumal die Gemeinde derzeit auch in die touristische Aufwertung des Königsgrabes investiert, wegen dessen überregionaler Bedeutung in das Exzellenzcluster-Programm des Bundes und der Länder zur Förderung von Wissenschaft und Forschung an deutschen Hochschulen gekommen ist, und zwar konkret mit dem Topoi-Projekt, das sich der Formation und Transformation von Raum und Wissen in den antiken Kulturen widmet.

Die Gemeinde fühlt sich mit den derzeitigen Vorschlägen der Regionalen Planungsgemeinschaft für künftige Windeigungsgebiete bestätigt. "Wir wollen uns auch künftig in dem bisherigen Rahmen bewegen, keine weiteren Windpark-Gebiete ausweisen", bekräftigt der Bauamtsleiter. Entsprechende Bestätigung habe es in der Bauausschusssitzung auch von Bürgern gegeben. Vor allem aus dem Raum Hohenvier-Tangendorf hätten sich Anwohner gegen weitere Windparks ausgesprochen. Wie lange allerdings die Gemeinde ihren Beschluss aufrecht erhalten kann, Windkraftanlagen auf 100 Meter Höhe zu begrenzen, ist angesichts der neuen technischen Möglichkeiten auf diesem Gebiet fraglich.

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