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23. November 2017 | 10:35 Uhr

Keine falsche Debatte

vom

svz.de von
erstellt am 11.Apr.2012 | 07:15 Uhr

Die registrierten Verstöße von Hartz-IV-Empfängern gegen staatliche Regeln sind gestiegen. Das ist, auch wenn es paradox klingt, eher ein gutes Zeichen: Denn wenn Verstöße auffallen, heißt das zunächst, dass sich das Jobcenter um die Arbeitslosen gekümmert hat, sie eingeladen, ihnen Angebote gemacht hat. Die steigende Zahl von Sanktionen ist deshalb ein Spiegelbild der positiveren wirtschaftlichen Lage und der verbesserten Betreuung der Langzeitarbeitslosen. Dennoch bewegt sich die Gesamtzahl auf niedrigem Niveau, sodass Pauschalurteile über faule Leistungsempfänger, die es sich in der sozialen Hängematte bequem machen würden, völlig fehl am Platze sind. Die politische Debatte sollte sich deshalb nicht vorrangig um die wenigen drehen, die den Staat auszunutzen versuchen, sondern um die vielen, die aus dem Hartz-IV-Schicksal entfliehen wollen. Die Regierung sollte den konjunkturellen Rückenwind nutzen – nicht, um die Mittel für Arbeitsmarktpolitik zu kürzen, sondern um die Anstrengungen für die Problemgruppen zu verstärken.


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