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21. November 2017 | 20:37 Uhr

Keine Analyse, kein Konzept, keine Ideen

vom

svz.de von
erstellt am 21.Mär.2012 | 06:30 Uhr

Die Zeiten, in denen es in den Kindertagesstätten Mecklenburg-Vorpommerns mehr Fachkräfte als Stellen gab, sind vorbei. Das kann jetzt schon jeder sehen, der es sehen möchte. Die Landesregierung verschließt jedoch offenbar die Augen vor dem Problem. Es gebe genügend Erzieherinnen, die bislang Teilzeitstellen hatten und nun bereit seien, länger zu arbeiten, meint Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD). Ist das sein Konzept für den zunehmenden Fachkräftebedarf in den kommenden Jahren? Und worauf fußt es? Die Datenbasis für die Bedarfsplanung sei lückenhaft, räumt der Minister ein. Die Schuld dafür gibt er den Trägern der Einrichtungen, die "nicht liefern". Trotzdem darf die Bedarfsanalyse aus Sicht der Landesregierung für folgende Vermutung herhalten: "Zurzeit wird davon ausgegangen, dass der Bedarf an Fachkräften durch die bestehenden Ausbildungskapazitäten abgedeckt werden kann", heißt es in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion im Landtag. In dieser Antwort ist allerdings auch die Rede davon, dass es belastbare Zahlen nur für die Jahre 2010 und 2011 gibt. Nur zwei Monate zuvor gab es als Antwort auf eine ähnliche Anfrage der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen noch belastbare Zahlen bis 2020. Da drängt sich förmlich der Eindruck auf: Beim Thema Fachkräftemangel in Kitas regiert das Chaos. Was dringend benötigt wird, ist eine verlässliche Analyse und ein ganzheitliches Konzept. Letzteres fordert sogar die CDU-Landtagsfraktion - wortwörtlich. Nun ist das mit "Forderungen" bei Regierungsparteien so eine Sache. Niemand hindert die Christdemokraten daran, in der Großen Koalition mehr Druck bei diesem Thema auszuüben. Und niemand hindert die Sozialdemokraten daran, die Frage nach dem Personalbedarf gewissenhafter zu beantworten als bisher. Was nützen die zusätzlichen Kita-Millionen, wenn zu wenig Fachkräfte da sind? Wer hier auf Zeit spielt, verspielt auch seine Glaubwürdigkeit bei dem Versprechen, Mecklenburg-Vorpommern zum familienfreundlichsten Bundesland zu machen.

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