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18. Oktober 2017 | 06:04 Uhr

"Kein Leben ohne Gesang"

vom

svz.de von
erstellt am 07.Dez.2012 | 05:45 Uhr

Hagenow | Elbsingen in Darchau, Altstadtfest in Hagenow, Landeschorfest in Malchow oder Mühlensingen in Wittenburg. Der Terminkalender des Hagenower Chores "Klingendes Posthorn" ist immer gut gefüllt. Morgen, am Sonntag, wird der Chor mit drei weiteren Chören im Hagenower Rathaus singen.

Knapp vierzig Frauen und Männer gehören heute zum festen Ensemble der Sängervereinigung. Unter ihnen viele Lehrer, Rechtsanwälte, Verkäufer, Arzthelfer und Rentner. Die meisten singen schon seit mehr als 20 Jahren in dem Chor. Auch Felicitas Gloger und Barbara Hixius. Die beiden Frauen sind im Vorstand und schreiben die Chorchronik. Für sie ist der Chor mehr als nur das wöchentliche Singen während der Proben. "Hier haben sich über die Jahre viele Freundschaften entwickelt", sagt Felicitas Gloger. "Wir kümmern uns, wenn es einem mal nicht gut geht und wir reden viel miteinander." Sie bedauert, dass die Proben immer nur eineinhalb Stunden dauern. "Die Zeit wollen wir alle singen, da bleibt für den Schwatz leider zu wenig Zeit." Viele der Sänger waren schon als Kinder im Chor. "Ich singe, solange ich denken kann", sagt Barbara Hixius. "Ein Leben ohne Gesang kann ich mir nicht vorstellen." Egal, wo das Leben sie gerade hinverschlug, "Einen Chor zum Singen habe ich überall gefunden". Auch Manfred und Heidelore Venzke aus Berlin haben sich seit ihrem Umzug in die Hagenower Seniorenwohnanlage nach einem neuen Chor umgehört. "Wir waren früher im Berliner Ernst-Busch-Chor", erzählt der Rentner. "Jetzt sind wir froh, dass wir auch hier unser gemeinsames Hobby genießen können."

Als eine kleine Gesangsgruppe des Post- und Fernmeldeamtes startete der Chor 1972. "Damals sangen ein paar Männer im Kulturprogramm bei den Betriebsfestspielen", erzählt Vorstandsleiter Robert Fritsche. Dieser Auftritt kam so gut an, dass immer mehr mitsingen wollten. Zahlenmäßig sei der Chor immer gut aufgestellt gewesen, so Fritsche. Allerdings könnten es mehr junge Sänger sein. "Unser Durchschnittsalter liegt bei 67." Renata Klein, die die Chorleitung von Edith Düntsch 2005 übernahm, ist mit ihren 37 Jahren die Jüngste. Sie hat in Littauen Chorleitung und Musikpädagogik studiert, arbeitet in Boizenburg an der Realschule als Musiklehrerin. "In diesem Chor steht das Gemeinschaftsgefühl ganz oben", sagt sie. Wenn sie an einem langen Dienstag spät abends nach Hause kommt, dann sei sie zwar kaputt. Aber irgendwie auch glücklich. "Dann weiß ich, dass die Entscheidung für den Chor richtig war, weil alle einen schönen Abend hatten."

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