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22. Oktober 2017 | 12:14 Uhr

Kommentar : Kein Generalverdacht

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

So viele Zahlen, alle paar Wochen eine neue Statistik zum Thema Ärztefehler – da kann es einem schwindlig werden. Das von Patientenschützern geforderte bundeseinheitliche Register könnte Klarheit schaffen und dazu führen, dass Entstehungsgeschichte schwerer Behandlungsfehler besser zu analysieren. Es ist davon auszugehen, dass in den offiziellen Erhebungen bisher nur ein Bruchteil der Fälle wiederzufinden ist. Die Dunkelziffer ist hoch.

Längst nicht alle Patienten wissen, welche Rechte sie haben, und dass die Kassen ihnen in Verdachtsfällen einen Gutachter stellen, ohne zusätzliche Kosten. Nicht immer erkennen Kranke, dass es einen Zusammenhang zwischen ihrem Leiden und einer falschen Diagnose geben könnte.

Dennoch besteht kein Grund für einen Generalverdacht gegenüber Deutschlands Ärzten. Sie leisten gute Arbeit, und der Anteil der Fehler liegt gerade einmal im Promillebereich. Es bleibt aber wichtig, dass sie offen damit umgehen, wenn ihnen bei einer Operation ein Fehler unterlaufen ist oder sie die Gesundheit eines Patienten nicht richtig eingeschätzt haben. Die Ärzte und ihre Funktionäre machen es sich zu einfach, wenn sie auf den Anstieg der Behandlungen in den letzten Jahren verweisen und vor allem da-rin den Grund für Fehler ausmachen. In Sachen Prävention besteht jede Menge Nachholbedarf, auch im Vergleich zu anderen Ländern Europas. Es ist erschreckend, dass in nicht wenigen Krankenhäusern offenbar immer noch Checklisten für Routineabläufe bei Operationen fehlen. Dabei können eingespielte Abläufe dabei helfen, fatale Fehler zu vermeiden.

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