Kommentar : Kein Aufstand

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19. August 2015, 18:45 Uhr

Der Aufstand findet nicht statt. Keine Spur von einer Revolution gegen Angela Merkel und ihren Griechenland-Kurs. Ja, die Zahl der Nein-Sager in den eigenen Reihen von CDU und CSU ist noch einmal größer geworden. Nein, die Autorität der Kanzlerin ist nicht angekratzt. Es ist allenfalls ein Warnsignal, dass die Geduld der Abgeordneten nicht grenzenlos ist. Dass Merkel nicht selbst am Rednerpult für die abermaligen Milliarden-Kredite geworben hat, sondern ihrem Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble diese Aufgabe überließ, spricht Bände. Ohne Schäubles nicht einmal sonderlich leidenschaftlichen Appell für eine Zustimmung wäre der Gegenwind in der Union womöglich noch größer gewesen. Klar ist: Griechenland bleibt weiter in der Euro-Zone. Der von Merkel stets abgelehnte Schuldenschnitt ist längst auf dem Weg und kommt durch die Hintertür. Jetzt liegt es an der griechischen Regierung, die versprochenen Reformen wirklich umzusetzen, zu beweisen, dass die Bereitschaft zum grundsätzlichen Wandel tatsächlich mit Händen zu greifen ist.

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