Katastrophe verhindert

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22. Mai 2008, 06:03 Uhr

Kogel - Die 600-Seelen-Gemeinde Kogel nahe Zarrentin ist offenbar nur knapp einer Katastrophe entkommen: Ein Brand in einer Biogasanlage hatte am Mittwochabend Explosionsalarm ausgelöst. Ein Gasbehälter drohte in die Luft zu gehen. Neun Feuerwehren mit 120 Löschkräften versuchten den Brand unter Kontrolle zu bringen.

Als am Mittwochabend, 19.53 Uhr, in Kogel der Sirenenalarm ausgelöst wurde, dachte Matthias Germer, dass ein Lkw an der nahen Autobahn in Brand geraten sei. Doch dann erfuhr der Wehrführer aus Kogel von dem Feuer in der Biogasanlage am Rande seines Wohnortes. Er und seine Kameraden erreichten wenige Minuten nach der Alarmierung zuerst den Einsatzort und begannen mit den Löscharbeiten. Das Feuer war in einem der beiden Gärschlammsilos zur Biogasgewinnung ausgebrochen. Dort hatte es eine Folie erfasst, die Gerüche und Restgase fern halten sollte, was einen Großeinsatz auslöste, an dem insgesamt 120 Frauen und Männer aus neun freiwilligen Feuerwehren mit 17 Einsatzfahrzeugen beteiligt waren. Fünf Beamte des Polizeireviers Boizenburg und sechs Kollegen aus Schwerin sicherten den Gefahrenort weiträumig ab.

Recht schnell gelang es den Kameradinnen und Kameraden, das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Uwe Pulss meldete 21.30 Uhr, dass der Brand gelöscht sei. Doch die Gefahr war noch nicht gebannt. Der Amtswehrführer, der den Großeinsatz mit seinem Stellvertreter Thomas Schröder und Matthias Germer leitete, musste befürchten, dass der Gasbehälter hochgehen könnte. Die Feuerwehrleute hatten hier zwar schon mehrmals den Ernstfall geübt, doch nun war genau dieser eingetreten und das zum ersten Mal im Landkreis Ludwigslust, wo es zahlreiche solcher Anlagen gibt. Das stellte alle vor eine besondere Herausforderung.

Wegen der drohenden Explosionsgefahr entschied sich Uwe Pulss, vorsorglich die Evakuierung von 20 Mitarbeitern der Kogeler Niederlassung der ReFood GmbH zu veranlassen. Messungen der gegen 23.45 Uhr herbeigerufenen Gefahrguttruppe aus Groß Laasch hatten ergeben, dass für die Bevölkerung keine Gefahr bestand. Es wurde begonnen, überschüssiges Methangas über einen Gasauffangtank kontrolliert abzublasen, was im Verlauf des gestrigen Tages weiterhin erfolgen musste.

Feuerwehrleute führten gestern noch bis in die Abendstunden Brandwachen und Nachlöscharbeiten von Brandnestern durch. Einige von ihnen konnten den Einsatzort am Mittwoch erst mit einem rund 20 minütigen Umweg erreichen, weil die Brücke über der Autobahn zwischen Kölzin und Kogel gesperrt war. „Wir sind von dieser Maßnahme völlig überrascht worden“, sagte Uwe Pulss, der ausdrücklich dem Betreiber der Anlage für die kooperative Zusammenarbeit und Kreiswehrführer Reinhold Tiede für die beratende Unterstützung während des Einsatzes danken möchte.

Wie es von der Schweriner Polizeidirektion hieß, werde ein Fremdverschulden als Ursache für den Brand ausgeschlossen. Der vor Ort ermittelnde Kriminalist geht nach ersten Schätzungen von einem Schaden von mindestens 30 000 Euro aus. Es gelte, einen noch nicht konkret bekannten technischen Defekt festzustellen. „Daran werde mit Hochdruck gearbeitet“, sagte gestern ein führender Mitarbeiter aus dem Unternehmen.

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