Karstadts Stammhaus sucht Investor

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12. November 2009, 11:51 Uhr

Wismar | Das Karstadt-Stammhaus in Wismar hat mit der Entscheidung der Gläubigerversammlung für den Erhalt der Warenhauskette eine neue Perspektive. "Jetzt kommt es darauf an, einen nachhaltigen Investor zu finden", sagte Geschäftsführer Ralf Lehmkuhl gestern. In Essen hatten am Dienstag die Gläubiger grünes Licht für die Weiterführung des Unternehmens gegeben. Sechs der bundesweit 126 Waren- und Sporthäuser sollen laut Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg schließen. Elf weitere Häuser stehen auf der Kippe, Wismar gehört aber nicht dazu. Das Stammhaus schreibe seit Monaten schwarze Zahlen, sagte Betriebsrätin Viola Hopp. Laut Betriebsrat laufen in Wismar Mietverhandlungen mit einem Immobilienkonsortium, dem Eigentümer des Gründerhauses von Rudolph Karstadt (1856 bis 1944). Dies trage dazu bei, die Schließung des bundesweit kleinsten Karstadt-Warenhauses abzuwenden. Lehmkuhl wollte sich zu möglichen neuen Mietkonditionen nicht äußern. Das sei Sache des Insolvenzverwalters, sagte der Geschäftsführer.

Während im Insolvenzverfahren um den Essener Handelsriesen Arcandor sowohl für die Dachgesellschaft als auch für das dazu gehörende Versandhaus Quelle eine Rettung nicht auf dem Plan steht, soll für Karstadt ein Investor gefunden werden. Die noch 26 500 Mitarbeiter sollen dafür in den kommenden drei Jahren auf 150 Millionen Euro Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie tarifliche Vorsorgeleistungen verzichten.

Für die 48 Mitarbeiter des Stammhauses in Wismar sei die Entscheidung der Gläubigerversammlung zugunsten einer Sanierung dennoch ein "gutes Signal", sagte der Geschäftsführer. Wenngleich die genaue Strategie für die Zukunft der "Wiege" des Karstadt-Konzerns noch nicht feststehe, müssten keine Arbeitsplätze abgebaut werden, betonte er. "Wir entwickeln uns seit Jahren gut." Auch das Weihnachtsgeschäft lasse sich wieder ebenso positiv an wie in der Vergangenheit.

1881 hatte Rudolph Karstadt in Wismar sein erstes Tuchgeschäft eröffnet und damit den Grundstock für die heutige Warenhauskette gelegt.

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