Kann Brodkorb das durchstehen?

svz.de von
18. März 2013, 08:11 Uhr

Ob Mathias Brodkorb damit durchkommt? Das darf bezweifelt werden. Nachdem gestern der Rostocker Oberbürgermeister Roland Methling nicht zum anberaumten Theatergipfel zwischen dem Kultusministerium, der Stadt Schwerin und Rostock im Ministerium anreiste, machte der Kultusminister ernst. Seit Wochen kündigt Brodkorb an, dass die Theaterreform im Westen des Landes notgedrungen auch ohne das Volkstheater der Hansestadt umgesetzt werde, wenn sich Rostock nicht beteiligen wolle. Gestern verhandelte das Kultusministerium mit Schwerin einen Vertragsentwurf zur Entwicklung eines Staatstheaters Mecklenburg ohne Rostock. Konsequent? Ja! Aber auch politisch klug? Und um das Theater auf die Spitze zu treiben, wird auch noch Schwerins Generalintendant Joachim Kümmritz Leiter der gemeinsamen Projektgruppe. Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow kann sich freuen. Das war für sie ein Heimspiel, das sie schon allein dadurch gewann, da die Rostocker Mannschaft gar nicht erst anreiste. Doch ist es mehr als ein Punktsieg? Für Gramkow, Ja. Die Personalie Kümmritz macht es Rostock jetzt quasi unmöglich, ohne Gesichtsverlust im Nachhinein noch einzusteigen. Aber damit gehen Brodkorb und sein Staatssekretär Sebastian Schröder auch ein hohes Risiko ein. Das Risiko des Scheiterns der Reform und des eigenen Scheiterns. Der gestrige Tag könnte für sie zu einem Phyrrussieg werden. Denn damit wird die größte Stadt des Landes, das wirtschaftliche Zentrum, bei der Theaterreform allein gelassen. Will man Brodkorb glauben, dann gibt es kein Geld mehr für Rettungsaktionen, kein Geld für eine neues Haus. Rostock muss alleine sehen, wie es jetzt klarkommt. Kann Brodkorb, kann die SPD, kann ihr Regierungspartner CDU das tatsächlich durchstehen?

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