Spanien: 22. Spiel ohne Niederlage in Folge : Juan Carlos Untertanen besteigen in Wien den Fußball-Thron

Sogar König Juan Carlos jubelte - dabei wird er seine exponierte Stellung vorerst den kickenden Untertanen überlassen müssen. "Tiqui-taca" - mit ihrem umjubelten Kurzpassspiel und einem hoch verdienten 1:0 gegen Deutschland bestiegen die Spanier in Wien erstmals seit 1964 wieder den europäischen Thron.

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30. Juni 2008, 10:58 Uhr

Juan Carlos Untertanen besteigen in Wien den Fußball-ThronSpanien: 22. Spiel ohne Niederlage in FolgeSogar König Juan Carlos jubelte - dabei wird er seine exponierte Stellung vorerst den kickenden Untertanen überlassen müssen. "Tiqui-taca" - mit ihrem umjubelten Kurzpassspiel und einem hoch verdienten 1:0 gegen Deutschland bestiegen die Spanier in Wien erstmals seit 1964 wieder den europäischen Thron.Sogar König Juan Carlos jubelte - dabei wird er seine exponierte Stellung vorerst den kickenden Untertanen überlassen müssen. "Tiqui-taca" - mit ihrem umjubelten Kurzpassspiel und einem hoch verdienten 1:0 gegen Deutschland bestiegen die Spanier in Wien erstmals seit 1964 wieder den europäischen Thron.
Zwar ohne den verletzten David Villa - doch der hatte seinen Torriecher zuvor bewiesen und wurde auch so mit vier Treffern EM-Torschützenkönig. Zudem wurde sein Ausfall kompensiert, indem Silva, Iniesta oder Fabregas Stoßstürmer Fernando Torres unterstützten.Nun haben sich auch die seherischen Fähigkeiten David Villas bestätigt. Auf den Tag genau zwei Monate vorm Finale hatte er prognostiziert: "Ich wette, wir kommen ins Endspiel und holen den Titel." Dank Fernando Torres kam es so, die spielerische Dominanz wurde belohnt.Selbstbewusst waren sie vorher, Trainer Luis Aragones hatte nochmals motiviert: "Den Zweiten behält doch keiner in Erinnerung." Und so spielten sie auch: Zwar begannen die Iberer mit Respekt, doch nachdem Deutschland die Schwachstellen auf der rechten Abwehrseite nicht ausnutzen konnte, triumphierte die Ballsicherheit der Spanier: Immer wieder passten Iniesta, Fabregas oder Xavi (vorm 1:0) in die Schnittstellen der Abwehr.Seit 22 Spielen ist die "Roja" nun unbesiegt, hievte mit dem Halbfinale auch die schwach gestarteten Sergio Ramos oder Iniesta auf höchstes Niveau.Zwar endet Aragones Vertrag, beim 69-Jährigen paart sich Ärger ("Der Verband hat nichts getan, damit ich bleibe") mit Wehmut ("Ich werde immer hoffen, dass Spanien siegt"). Doch auch unter dem gehandelten Nachfolger Vicente del Bosque muss der Erfolgsweg lange nicht enden. Mit im Schnitt 26,55 Jahren stellte man das drittjüngste EM-Aufgebot hinter Russland und der Schweiz. Mit Carles Puyol (30), Joan Capdevila (30) und Marcos Senna (31) sind nur drei Feldspieler älter als 28.

Discobesuch war schnell vom TischAragones übergibt zudem eine Einheit, in der es menschlich passt. Anders als bei der WM rund um Raul blieben Dissonanzen aus. "Unsere Zimmertüren standen immer offen", so Xavi. Selbst Ramos Discobesuch war schnell vom Tisch: "Alle haben Reife gezeigt." Kapitän Iker Casillas geht noch weiter: "So einen Zusammenhalt habe ich in meiner Karriere noch nicht erlebt."Man kennt sich ja auch schon ewig. Neun Junioren-Europameister standen im Aufgebot, Casillas, Marchena und Xavi wurden 1999 U-20-Weltmeister. Das muss nicht der letzte WM-Titel für das Trio gewesen sein. "Dieses Team kann sich neue Ziele setzen. Wir haben alles, was Frankreich 1998 hatte", kündigt Casillas Großes an. Damals wurden die "Bleus" Weltmeister.Sollten die Spanier 2010 triumphieren, würden sie Deutschland wieder ärgern: Denn bisher gelang es nur der DFB-Auswahl 1974 als amtierender Europameister auch globaler Champion zu werden.

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