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"Jeder trägt selbst Verantwortung für seine Fahrtüchtigkeit“

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erstellt am 12.Apr.2012 | 08:09 Uhr

Im Zuge einer EU-Richtlinie werden nun auch in Deutschland regelmäßige Gesundheitscheks für ältere Autofahrer diskutiert. Andreas Herholz sprach darüber mit Anton Hofreiter (Bündnis 90/Die Grünen).

Sollten ältere Autofahrer einen regelmäßigen Gesundheitstest ablegen müssen?

Hofreiter: Laut EU-Richtlinie sind Führerscheine nur noch fünfzehn Jahre lang gültig und müssen dann erneuert werden. Bei der Verlängerung sollte es unabhängig vom Alter einen Sehtest geben. Es wäre sinnvoll, wenn auch die Inhaber eines unbefristeten Führerscheins nach 15 Jahren freiwillig einen Sehtest machen würden.


Im europäischen Ausland müssen sich Führerscheininhaber ab 45 Jahren regelmäßig alle drei Jahre einem Seh- und Hörtest unterziehen. Wäre dies auch ein Modell für Deutschland?

Das halte ich für übertrieben. Gesundheitstests bei der Verlängerung des Führerscheins alle 15 Jahre wären sinnvoll und zumutbar. Jeder Verkehrsteilnehmer trägt darüber hinaus selbst Verantwortung für seine Fahrtüchtigkeit. Jeder muss dafür Sorge tragen, dass er sich und andere nicht gefährdet. Wer eine unbefristete Fahrerlaubnis hat, sollte sich selbst prüfen und im Zweifel besser Seh- und Hörtest machen. Auch Familienmitglieder und Hausärzte sind gefordert, auf die Fahrtüchtigkeit von Angehörigen und Patienten zu achten.

Verursachen ältere Autofahrer häufiger Unfälle als jüngere?


Laut Statistik sind nicht ältere Autofahrer das Hauptproblem, sondern die 18- bis 25-jährigen. Fahranfänger sind die gefährlichste Gruppe unter den Autofahrern. Ältere Autofahrer fahren eindeutig sicherer als Fahranfänger. Die Unfallhäufigkeit bei den Älteren steigt erst ab einem Alter von 75 überproportional. Wir sollten jetzt keine Hexenjagd auf Senioren hinterm Steuer veranstalten. Ältere Verkehrsteilnehmer verfügen in der Regel über größere Erfahrung und fahren defensiver.


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