Jagd bei schönstem Herbstwetter

30 Reiterinnen und Reiter waren mit ihren Pferden und der Hundemeute rund um Wendorf unterwegs. Ines Engelbrecht
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30 Reiterinnen und Reiter waren mit ihren Pferden und der Hundemeute rund um Wendorf unterwegs. Ines Engelbrecht

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23. Oktober 2011, 10:42 Uhr

Wendorf | 30 Reiterinnen und Reiter trafen sich beim buchstäblichen Kaiserwetter am Sonnabend auf dem Schlosshotel Wendorf zur Schleppjagd. Diese fand zum 10. Mal statt und wurde als Jubiläumsjagd deklariert. Schloßherr Udo Chisteé begrüßte seine Gäste auf der Schloßterrasse und wünschte maximale Jagderfolge.

Eröffnet und begleitet wurde die Jagd von der Jagdhornbläsergruppe Wendorf-Wamckow. Auf Fürst-Pless- und Waldhörnern wurde "Auf auf zur Jagd" geblasen und zum Abschluss das Halali.

Auf seinem Holsteiner-Kassinipferd Kalimero führte Udo Chisteé die Reiter an. Der 63-Jährige reitet seit seinem 18. Lebensjahr. Nicht nur bei der eigenen Schleppjagd macht der Österreicher mit sondern nutzt auch andere Jagden. Auf einer Strecke von 18 Kilometern machten sich Ross und Reiter auf und folgten den Meutehunden von der Mecklenburger Meute aus Dallwitz bei Güstrow.

35 Foxhounds ließen ihre hohen jaulenden Belltöne über die mecklenburgischen Berge und Täler erklingen. "Wir sind mit sieben Vereinsmitgliedern heute angereist und es ist hier auf Schloß Wendorf für uns die dritte Jagd an der wir teilnehmen", so Vereinschef Lorenz Thomsen. Stolz verkündete er, dass Schlosshotelinhaber Chisteé ertmals als Vereinsmitglied mit reitet.

Vizemaster Detlef Neumann hatte sich im Vorfeld aufgemacht und die künstliche Fährte gelegt. Die Hunde mit ihren Begleitern folgten in drei Minuten Abstand, denen wiederum die Reiter zu Pferde folgten. Dabei waren während des Jagdausrittes sechs Schleppen zu nehmen. Das sind Hindernisse, die von den Mitarbeitern des Bau- und Stallteams vorher aufgestellt wurden. In einer Höhe von etwa einem Meter nahmen die Jagdteilnehmer das Hindernis.

Mit dem Radlader hatte Martin Tuschka eine Erdhügelschleppe gebaut. Auf der Bergkuppe, in recht hohem Gras, war das gar nicht so einfach, stellte der Mitarbeiter für den Außenbereich fest. Das wiederum sah auch so mancher Vierbeiner und hob sich samt Reiter nicht über das Hindernis, weil es den dahinter befindlichen Bergabhang fürchtete. Ohne Hast, eher bedächtig und vorher die Sachlage anschauend, ließ sich doch manch ein Tier die leichten Sporen geben und sprang hinüber.

Auf halber Strecke legten Roß und Reiter eine Rastpause ein. Das Hotelpersonal um Chef Sebastian Butz, hatte dafür mit Getränken und belegten Broten vorgesorgt.

Während Detlef Pagel sein Brot verspeiste, tat es ihm sein Reittier Dunja gleich und riss sich etwas Gras von der Wiese. Das 19-jährige Mecklenburger Warmblut hatte er sich von seinem Nachbarn mitgebracht. "Es ist anstrengend Schleppe zu reiten. Die Hundemeute ist gut und schnell", stellte der Reinsberger fest. Seit 1966 sitzt der 56- Jährige im Sattel und nahm bisher an zahlreichen Jagdreiten teil, wovon seine Abzeichen am Revers künden. Die Verbindung mit den Pferden, den Hunden und den Reitern das ist eine Einheit, wo es kein böses Wort untereinander gibt, das ist es was ihm bei so einer Jagdveranstaltung gefällt. "Ich kann dabei so richtig schön abschalten und die Natur auf mich wirken lassen", erzählt er.

"Die Natur, das Wetter, allen Reiter und Rössern ist nichts passiert, das ist sehr wichtig, und so stimmte heute alles an dem Tag", empfand es Franz Friedrich Prinz von Preußen als Freund und Gast des Hauses.

Schloßhotelinhaberin Monika Chisteé steckte zum Abschluss des vierstündigen Ausritts jedem Reiter und Reiterin den als Jagdbrauch üblichen Eichenbruch an. Sie kaufte 1999 mit ihrem Mann das Schloss und ließ mit der Schleppjagd eine Tradition wieder aufleben.

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