Splitter : Jähe Wandlung vom Schafstall zur Rosenlounge

An den einstigen Fohlenstall erinnert noch die Tür und das kleine Fenster.
An den einstigen Fohlenstall erinnert noch die Tür und das kleine Fenster.

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15. Juni 2016, 14:00 Uhr

Bis zu seinem vierten Lebensjahr war der Bauernhof inmitten des Dorfes das Zuhause von Hans von Krottnaurer. Hier lebten seine Großeltern. Dann zog sein Vater mit ihm nach Lübeck. Doch in den Sommerferien ging es für den Neu-Großstädter zurück aufs Land. „Für mich war Sükow das Abenteuer pur. Hier hatte ich Freunde und irgendwie war es Heimat“, erinnert er sich gern an jene Tage.

1990 war er mit der Erste, der hier wieder auf dem Hof stand, einem völlig runter gekommenen Anwesen der LPG von dem letztlich nur noch die Ställe übrig geblieben waren. „Doch es war mein Bauernhof“, fügt er an. Getrieben von der fixen Idee, den Hof seiner Großeltern und Eltern zu erhalten, krempelte er die Arme hoch. Stein für Stein, Stall für Stall restaurierte er, was noch übrig und baute neu, was nicht mehr zu gebrauchen war. Ein Ruhepol für die Familie sollte es werden, doch „dafür war es letztlich zu groß. Alles muss sich schließlich auch rechnen“, erzählt er. So wurden aus Kälber-, Fohlenstall und Gelass vier Ferienwohnungen, die Ehefrau Jutta liebevoll einrichtete. Jene waren so begehrt, dass der Platz für die eigene Familie nicht mehr reichte. Nach zehn Jahren entschlossen sich die Krottnaurers so, die Scheune aus- und 2015 hier auch noch anzubauen. Aus dem Schafstall wurde die Rosenlounge. Seither ist das Landhaus Sükow eine gefragte Adresse für Festlichkeiten. „Insbesondere für Hochzeitsfeiern“, ergänzt schmunzelnd die Hausherrin.

Landwirtschaft ist hier immer noch zuhause

Stattlich: 998 Hektar ist die Gemarkung Sükow groß. Die beiden größten landwirtschaftlichen Betriebe sind die von Frank Schmidt und Frank Gelenk. Ersterer hat am 1. Juli 2001 hier die Hähnchenmast übernommen, in der schon zu DDR-Zeiten viele aus der Region arbeiteten. 67 000 Masthähnchen und 5000 Legehennen werden hier produziert „und die Eier ab Hof verkauft“, fügt Frank Schmidt an, der die Tierhaltung umstrukturiert, die Mast modernisiert hat. Zudem betreibt er auf 470 Hektar Ackerbau, stehen Raps, Weizen, Gerste und Zuckerrüben– „bestimmt für den Verkauf“.

Landwirt vom Scheitel bis zur Sohle ist auch Frank Gelenk. In der Landwirtschaft ist er groß geworden, hier hat er gelernt und sich auch seine ersten beruflichen Sporen verdient. Nach der Wende machte er sich selbstständig. Der Feldbau ist sein Metier: Getreide, Raps, Mais, Zuckerrüben – „alles außer Kartoffeln“. Rund 200 Hektar bewirtschaftet er in Eigenregie, wenn geerntet wird, hat er noch einen Helfer.

700. Geburtstag des Dorfes fest im Blick

Seit dem 12. November 2015 hat Sükow einen eingetragenen Verein. „Sükower Landleben“ – der Name ist Programm, wie es die Vorsitzende Petra Schulz auf einen Nenner bringt. Mit dem Gedanken, einen zu gründen, ging man schon lange schwanger. Nun aber wurde es Zeit. Denn im nächsten Jahr feiert das Dorf seinen 700. Geburtstag. 1317 wurden die von Wartenbergs als Dorfherren von Sükow benannt. Das Jubiläum wolle man natürlich gebührend feiern. Dass die Sükower das können, das haben sie bereits zur 675-Jahrfeier ihres Dorfes unter Beweis gestellt. Aus Nah und Fern, wohin es auch Sükower verschlagen hatte, sie alle lud man zum Dorfgeburtstag ein. Und gleiches habe man wieder ins Auge gefasst, verrät Ortsvorsteher Diethardt Schulz, der zugleich auch dem eigens dafür ins Leben gerufenen Festkomitee vorsteht. Der Verein mit seinen rund 41 Mitgliedern hat sich aber noch mehr auf die Fahnen geschrieben. Denn auch nach dem großen Geburtstag wolle man gesellige kulturelle Veranstaltungen organisieren, aktiv das Dorfbild mitgestalten sowie die Jugend- und Seniorenarbeit unterstützen.

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