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17. November 2017 | 22:33 Uhr

Interessante Fakten zur Linkshändigkeit

vom

svz.de von
erstellt am 13.Aug.2012 | 09:35 Uhr

Die wichtigsten und überraschendsten Ergebnisse einer aktuellen Studie, die ein großes Team aus Psychiatern und Psychotherapeuten der Berliner Charité erstellt hat, fasst unser Mitarbeiter Matthias Lanin zusammen.

Linke Höhlenmalerei: Archäologen haben Waffen- und Werkzeuge gefunden, die von Linkshändern hergestellt und benutzt wurden. Auch die Maltechnik urzeitlicher Höhlenmaler und deren Handabrücke an den Höhlenwänden sowie die Knocheneigenschaften von gefunden Skeletten und deren einseitige Abnutzung zeigen, dass die frühesten Menschen bereits Linkshänder in ihren Reihen hatten. Nach Laurel Phillipson ist Linkshändigkeit ein über eine Million Jahre altes Phänomen.

Mütterliche und väterliche Hände: Ganz sicher wissen es die Neurologen bis heute nicht. Aber es deutet alles daraufhin, dass Linkshändigkeit vererbt wird. Zwillingsstudien zeigen zum Beispiel, dass eineiige Zwillinge zu 81,2 Prozent die gleiche Händigkeit haben und zweieiige Zwillinge zu 73,3 Prozent. Adoptivkinder bevorzugen eher die Hand, die ihre leiblichen Eltern bevorzugen, nicht die Seite der Adoptiveltern.

Daumenlutscher im Mutterbauch: Bereits vor der Geburt kann man beobachten, dass Föten am rechten oder linken Daumen lutschen, häufiger einen Arm benutzen als den anderen und am liebsten auch den Kopf in diese Richtung drehen. Die dort erkannte Händigkeit setzt sich nach der Geburt normalerweise fort.

Die Hände der Seelenkranken:
Es gibt Hinweise, dass Epilepsie, Schizophrenie oder Autismus in Zusammenhang mit extremer Händigkeit (also Links- oder Rechtseinseitigkeit) auftreten. Bei der Schizophrenie hat Amy Deep-Soboslay beispielsweise 2010 herausgefunden, dass die Linkshändigkeit 1,2 bis zweifach so häufig vorkommt wie bei Gesunden. Im Großen und Ganzen sind sich jedoch Psychiater darin einig, dass weder Links- noch Rechtshändigkeit ein Zeichen erhöhter Anfälligkeit für bestimmte Krankheiten ist. "Es handelt sich vielmehr um Normvarianten, die vermutlich nur im Einzelfall Ausdruck von zerebralen Entwicklungsstörungen sein können", wie Stefan Gutwinski sagt.

Einseitiges Küssen und Schnorren:
Gefühle und Eindrücke werden ebenfalls links oder rechts verschieden wahrgenommen: Der Biopsychologe Onur Güntürkün erklärte 2003 nach einer Feldstudie, dass sich 64,5 Prozent aller Menschen beim Küssen eher nach rechts drehen. Vor drei Jahren zeigten Daniele Marzoli und Luca Tommasi, dass man in einer Diskothek deutlich bessere Chancen auf einen "geborgten" Glimmstengel hat, wenn man am rechten und nicht am linken Ohr schnorrt.

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