Sound City : Inklusion mit Rock und Pop

Die Elsterband bei ihrem Auftritt auf der Bühne Elbstraße.
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Die Elsterband bei ihrem Auftritt auf der Bühne Elbstraße.

In der Elsterband zeigen Musiker mit Handicap, dass auch sie Rhythmus im Blut haben

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20. Juli 2015, 08:00 Uhr

Ein Klassiker schallt über den Platz, das Publikum klatscht mit: „Marmor, Stein und Eisen bricht, aber unsere Liebe nicht...“ Doch wer genau hinschaut, der merkt schnell, dass am Samstagmittag keine gewöhnliche Musikschul-Band auf der Bühne in der Elbstraße spielt. Hier und da ist ein Ton etwas schräg, der Rhythmus sitzt nicht immer perfekt. Was aber in jedem Fall ansteckt, ist der Enthusiasmus, mit dem die acht Musiker auftreten.

Die Elsterband besteht komplett aus Menschen mit Handicaps. Sie alle arbeiten gemeinsam in den Elster-Werkstätten in Ludwigsfelde. Die Idee zur Gründung einer Band kam über Kontakte zur Musikschule Ludwigsfelde. „Bei einer Weihnachtsfeier haben wir das Projekt aus der Taufe gehoben“, sagt Harald Mülow, der als Gruppenleiter in den Werkstätten die Behinderten betreut. „Bei unseren Schützlingen gab es guten Zuspruch, also haben wir uns Sponsoren gesucht, Instrumente gekauft, und das Projekt in Gang gebracht. Das war vor sieben Jahren.“

Erste kleinere Auftritte stärkten das Selbstbewusstsein der Musiker und es wuchs der Wunsch, vor mehr Menschen ihr Können zu zeigen. „Bei Sound City sind wir inzwischen zum dritten Mal dabei, und es ist schön zu sehen, dass die Arbeit hinter dem Projekt gewürdigt wird. Der Applaus tut den Bandmitgliedern gut.“ Fast alle hätten durch das Bandprojekt viel Selbstvertrauen gewonnen, seien offener geworden, sagt Mülow. Tatsächlich bleiben viele Besucher stehen, gucken, wer hier auf der Bühne steht und klatschen mit. Von Fremdschämen oder Häme keine Spur.

Von SoundCity in Wittenberge ist Mülow begeistert. „Es ist sehr gut organisiert, und die Tatsache, dass das alles etwas weitläufiger ist, bringt den Vorteil, dass man zum Transport von Musikern und Instrumenten noch einigermaßen heran kommt. Das haben wir schon anders erlebt, wo alles auf einem Fleck war und man alle Strecken zu Fuß gehen musste, weil kein Durchkommen mehr war. Wittenberge ist wirklich ein toller Gastgeber, es macht Spaß, hier dabei zu sein.“

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