Ortsbeiratsvorsitzender : Infrastruktur muss weiter wachsen

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Ortsbeiratsvorsitzender Kurt Massenthe (71) im Gespräch

von
21. Januar 2016, 13:31 Uhr

Ab April soll das ehemalige DSR-Gebäude in Langenort zur Unterkunft für 320 Flüchtlinge werden. Wie ist die Stimmung im Ort?
Kurt Massenthe: Gespalten. Denn Massenquartiere, wie in Langenort geplant, werden nicht als integrationsfreundlich angesehen. Es heißt zwar, das Heim ist für fünf Jahre angelegt – aber wenn es einmal da ist, bleibt es für immer. Wir hätten uns gewünscht, dass die Stadt rechtzeitig den Standort und die Belegzahl nennt, um Gerüchte über ausufernde Belegzahlen zu verhindern.

Welche Themen beschäftigen den Ortsbeirat aktuell noch?
Die Infrastruktur unseres Ortsteiles muss verbessert werden, denn wir erleben einen ständigen Bevölkerungszustrom, zum Beispiel durch das Wohngebiet Obstwiese und das Marina-Gelände. Und wir haben mit der Oberen Warnowkante, dem Melkweg und der Rostocker Straße drei weitere Neubaugebiete in Planung. Die Hauptstraßen sind bereits jetzt mit Fahrzeugen verstopft, außerdem wurde der Busverkehr leider reduziert. Und wir haben das Problem mit dem Oberflächenwasser, das bei Starkregen den Verkehr, die Grundstücke und die Häuser gefährdet. Und das trifft mehrere Ortslagen. Worüber wir uns sehr freuen, ist, dass es in Gehlsdorf nach fünf Jahren Pause ab Ostern wieder einen Frischemarkt gibt – jede Woche auf dem Kirchenplatz.

Was macht Gehlsdorf besonders?
Da zitiere ich gern ein Gedicht, das von Theodor Kliefoth stammen soll. Es heißt „Gehlsdorf, ein Idyll“: „Willst Du, mein Freund, dich mal erholen, so sei dir Gehlsdorf warm empfohlen. In Gehlsdorf nämlich, musst du wissen, verschont man dich mit Ärgernissen. Und Gehlsdorf macht Dir niemand mies, es ist ein kleines Paradies. Der schönste Ort im ganzen Land, ist Gehlsdorf hier am Warnowstrand...“ Dem kann ich nur zustimmen. Der gesamte Ortsteil, insbesondere die Häuser entlang der Warnow sind sehr gepflegt und strahlen eine Ruhe und Entspannung aus. Über Jahrhunderte zog es immer wieder Maler nach Gehlsdorf, um die traumhafte Silhouette der Stadt Rostock zu verewigen. Besonders stolz sind wir auf das gute Miteinander der Einwohner mit den gehandicapten Einwohnern aus den entsprechenden Einrichtungen, die den Ortsteil ja sehr prägen.

Wie hat sich der Ortsteil in den vergangenen Jahren verändert?
In den vergangenen zwei Jahren wurde nach 43 Jahren endlich die Rad- und Gehweg-Lücke zwischen Langenort und Krummendorf geschlossen. Und den nutzen gar nicht nur die Krummendorfer, wie es immer hieß, die machen nur den kleinsten Teil aus. Es sind Bürger aus Toitenwinkel, Dierkow und sogar Rostocker vom anderen Warnowufer. Außerdem wurden der Edeka-Markt erweitert und ein Netto eröffnet, die Grundschule saniert und ein Hort sowie eine Kita in der Pressentinstraße errichtet. Auch dank des Finanzsenators der Hansestadt war es nach langer Diskussion doch möglich, die Straße in einem Bauabschnitt fertigzustellen – die Stadt wollte die Maßnahme erst teilen.

Was fehlt Gehlsdorf noch?
Ein Begegnungszentrum für die Jugend und die Senioren, das wir auch für die Gemeindeveranstaltungen nutzen können. Außerdem fehlen der seit 15 Jahren geplante Warnow-Wanderweg zwischen dem Güterverkehrszentrum und der Ortslage Nienhagen und mehr gastronomische Einrichtungen entlang der Warnow.

 

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