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23. November 2015, 18:54 Uhr

Sie steht im Gesetz, gilt seit 2005. Nur bekannt ist sie nicht, diese Vorschrift. Rentenerhöhungen werden zu 100 Prozent besteuert. Und da 2016 bei den gesetzlichen Altersbezügen ein Rekordplus absehbar ist, ist die Zahl der Rentner besonders hoch, die zusätzlich in die Besteuerung hineinrutschen. So weit, so logisch.

Dennoch lösen die neuen Zahlen der Bundesregierung Verunsicherung und Zorn aus. Heute ist vielen immer noch nicht bewusst, ob und, wenn ja, wie viel da auf sie zukommt. Regierung und Rentenversicherung hätten hier umfassender und offensiver informieren müssen. Dass der Fiskus inzwischen bei den Zahlungen der gesetzlichen Rentenversicherung zugreift, ist die Folge eines Grundsatzurteils aus Karlsruhe.

Zu übergroßen sozialen Härten führt die auf einen Zeitraum von immerhin 35 Jahren gestreckte Umstellung der Praxis jedoch nicht. Die Frage, ob diejenigen, die nicht jetzt bereits Rentner sind, sondern es vielleicht erst zwischen 2030 und 2040 werden, ausreichend vorgesorgt haben, bleibt drängend. Diese Generation wird sich schließlich mit einem wesentlich niedrigeren Rentenniveau begnügen müssen und wird von ihren gesetzlichen Altersbezügen deutlich mehr zu versteuern haben als die Rentner heute.

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