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„In vielen Wohngebieten kaum noch Polizeistreifen“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ruf nach härterem Vorgehen gegen international operierende Einbrecherbanden / Geringe Aufklärungsquote wegen Personalmangel

Politiker und Experten fordern als Reaktion auf den neuerlichen Anstieg der Einbruchskriminalität in Deutschland Konsequenzen. „Wir müssen besser an die Strukturen umherreisender internationaler Einbrecherbanden herankommen. Die Hintermänner sitzen meist im Ausland“, erklärte Rainer Wendt, Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), gestern im Gespräch mit unserer Berliner Redaktion. Auskunftsersuchen an das europäische Ausland würden bisher mitunter erst nach Monaten beantwortet. „Die Polizeibehörden müssen direkter zusammenarbeiten können“, forderte Wendt.

„Wir gehen davon aus, dass der weitaus größere Teil der Einbrüche auf das Konto umherreisender Banden geht - vor allem aus Osteuropa.“ Die Zahl der Einbrüche in Deutschland ist im vergangenen Jahr nach Medienberichten um zehn Prozent gestiegen. Die Polizei habe rund 167 000 Fälle registriert, heißt es unter Berufung auf die „Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS)“, die Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) heute in Berlin vorstellt.

„In vielen Wohngebieten gibt es kaum noch Polizeistreifen. Der Personalmangel bei der Polizei ist eklatant“, sagte Jörg Radek, stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP). „Das führt auch dazu, dass die Aufklärungsquote nur gering ist.“ Die Wohnung sei der private Rückzugsraum, ein Ort der Geborgenheit. „Dass hier immer häufiger eingedrungen wird, die Menschen sich nicht mehr sicher fühlen, ist eine fundamentale Veränderung und Bedrohung. Da geht auch Vertrauen in die Sicherheitsbehörden verloren.“

Auch in der Union zeigt man sich alarmiert. „Der weiterhin deutliche Anstieg der Wohnungseinbruchsdiebstähle ist hoch besorgniserregend“, erklärte Stephan Mayer (CSU), innenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag. Sicherheits- und Justizbehörden könnten durch geeignete Präventionsarbeit und effektive Strafverfolgung organisierte Kriminalität durchaus wirkungsvoll bekämpfen.

„Ich setze vor allem darauf, dass möglichst viele Bürger von dem Förderprogramm des Bundes Gebrauch machen und sich selbst mit einbruchshemmenden Maßnahmen in den eigenen vier Wänden gegen Einbrecher schützen“, sagte Mayer.


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