In Handschellen geflüchtet

Der Suchhund der Polizei, ein speziell ausgebildeter Hannoveraner-Schweißhund, der bereits viele Erfolge aufzuweisen hat,  nahm gestern bei Ludwigslust nach einer Geruchsprobe (Tüte im Hintergrund mit einem Schuh) die Fährte auf. Zuvor hatten die Beamten einen Hinweis aus der Bevölkerung erhalten.Thorsten Meier
Der Suchhund der Polizei, ein speziell ausgebildeter Hannoveraner-Schweißhund, der bereits viele Erfolge aufzuweisen hat, nahm gestern bei Ludwigslust nach einer Geruchsprobe (Tüte im Hintergrund mit einem Schuh) die Fährte auf. Zuvor hatten die Beamten einen Hinweis aus der Bevölkerung erhalten.Thorsten Meier

Wieder ist ein Straftäter in Handschellen auf der Flucht. Ein Ludwigsluster stieß bei seiner Festnahme eine Polizistin zur Seite und lief den Beamten davon. Der Fall erinnert an die spektakuläre Flucht aus der JVA Bützow - und ist das Finale einer fünfwöchigen Fahndung nach dem 23-Jährigen, der nicht aus dem Hafturlaub zurückkehrte. Stattdessen wurde er erneut straffällig.

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05. Dezember 2008, 11:01 Uhr

Ludwigslust | Sein Hafturlaub ist seit fünf Wochen vorbei. Doch der Ludwigsluster hatte offenbar keine Lust, wieder in die JVA Waldeck zurückzukehren. Dort war der 23-Jährige, der wegen eines Drogendelikts zu einer sechsmonatigen Haftstrafe verurteilt worden war, am 8. August eingefahren. Sein späterer Hafturlaub endete am 26. Oktober, so das Justizministerium. Doch der Mann tauchte nicht in der JVA auf.

Dass der Straftäter seinen Hafturlaub eigenmächtig verlängerte, dass seit fünf Wochen im Land nach ihm gefahndet wird und dass er in dieser Zeit offenbar erneut straffällig wurde, kam erst jetzt heraus.

Bei der Aufklärung eines Autodiebstahls stieß die Ludwigsluster Polizei auf den Gesuchten, stellten ihn am Mittwochabend in seiner Wohnung, legten ihm Handschellen an und nahmen in vorläufig fest - allerdings wirklich nur vorläufig: Beim Einsteigen in den Streifenwagen der Polizei stieß der 23-Jährige - immerhin 1,93 Meter groß und zirka 130 Kilogramm schwer - plötzlich eine Beamtin zur Seite und rannte den Polizisten in Handschellen davon. Die Beamten konnten ihn nach eigenen Angaben nicht aufhalten.

Nach der jüngsten Flucht wird die Suche laut Polizei verstärkt fortgesetzt. Seit Mittwochabend fahndet die Polizei mit mehreren Streifenwagen, Zivilstreifen und gestern sogar mit Suchhund und Hubschrauber nach dem Flüchtigen. "Der Hund kann noch nach 15 Stunden die Fährte aufnehmen", erklärt Dietmar Brusch, Hundeführer bei der Inspektion Zentraler Dienste aus Schwerin, der mit einem Kollegen sowie dem speziell ausgebildeten Personenspürhund "Odin" angereist war, um die Beamten in Ludwigslust zu unterstützen.

Nach wochenlanger Fahndung und einer zweiten Flucht setzt die Polizei jetzt auf die Öffentlichkeit: "Kontaktadressen werden regelmäßig abgeprüft, wir sind auch auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen", erklärt Steffi Nietz, Sprecherin der Polizeidirektion.

In Handschellen der Polizei davongelaufen - der Fall erinnert an die Flucht eines Häftlings der Bützower Justizvollzugsanstalt, die im August bundesweit für Schlagzeilen sorgte. Dem 42-Jährigen war bei der Verlegung in ein Krankenhaus die Flucht gelungen. Er rammte die beiden Beamten auf die Seite und rannte ihnen davon. Ein Warnschuss beeindruckte ihn nicht. Die bundesweite Fahndung blieb erfolglos. Später ließ der Flüchtling - verurteilt wegen Steuerhinterziehung - aus seinem Heimatland, der Schweiz, wieder von sich hören. In einem Schweizer Boulevardblatt plauderte er über Details seiner Flucht aus der JVA in Mecklenburg-Vorpommern...

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