Splitter : In der Hagenower Straße soll es im Frühjahr ruhiger werden

Hier darf nurTempo 30gefahren werden. Die anderen Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung wurden um mehrere Monate verschoben.
Hier darf nurTempo 30gefahren werden. Die anderen Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung wurden um mehrere Monate verschoben.

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28. Januar 2016, 12:57 Uhr

Die Hagenower Straße ist eine Teilstrecke der alten Poststraße nach Dömitz, Wittenburg und Boizenburg. Sie wurde schon immer viel befahren. Für die Anlieger ärgerlich. Laut. Besonders für die Mädchen und Jungen der zwei Kindergärten gefährlich. Die Anwohner wünschen sich schon lange eine Verkehrsberuhigung. Und ihr Wunsch sollte nun wahr werden. Doch da die Buslinie 7 wieder durch die Hagenower Straße statt durch die Haselholzstraße fährt, lassen die geplanten Maßnahmen auf sich warten.

Zum Ende des vergangenen Jahres sollten zwischen den beiden Kindergärten auf der Fahrbahn sechs Parkplätze geschaffen werden. Dadurch könnten entgegenkommende Autos nicht mehr aneinander vorbeifahren. Auch ein Zebrastreifen war geplant. Diese Maßnahmen wurden zurückgestellt. Um einige Monate. „Die Maßnahmen werden nun vom Nahverkehr, vom Ortsbeirat und im Anschluss von der Polizei und der Feuerwehr geprüft“, so Dr. Bernd-Rolf Smerdka,Leiter der Verkehrsbehörde. Mit der Umsetzung soll begonnen werden, sobald es das Wetter zulässt. „Wenn es nicht mehr friert, und es muss natürlich auch trocken sein – wahrscheinlich geht es im Frühjahr los“, so Dr. Bernd-Rolf Smerdka.

Mit dem Püsserkrug fing alles an

Die alten Schweriner kannten das Gebäude nur zu gut. Zig mal sind sie daran vorbeigefahren, gegangen – der Püsserkurg. Das Ausflugslokal direkt an dem kleinen Bach Püsserbeke war einst das Ortszentrum der Gartenstadt. Mehr als 300 Jahre hat der Krug Geschichte geschrieben.

1651 ließ der Heubinder Max Bahr an der Furt durch die Püsserbeke einen Katen errichten. Reisende, die von Süden und Osten kamen, fuhren an dem Haus vorbei. Sie kehrten ein und erhielten Erfrischungen. So entstand ein Gasthaus, das zeitweise mehr für Raufereien als für die Qualität von Speisen und Getränken bekannt war.

Der Püsserkrug war jahrhundertelang Wirtshaus und blieb es bis in die 1940er-Jahre. 1907 brannte das reetgedeckte Haus nieder. 1908 öffnete der neue Püsserkrug, erweitert um einen großen Festsaal.

Bis der Krieg begann, konnte man im Püsserkrug nicht klagen. Die Soldaten kamen, das Geld fehlte. 1943 wurden schließlich Zwangsarbeiter aus Osteuropa in den Zimmern des Kruges untergebracht, sechs Monate später folgten italienische Kriegsgefangene. Nach dem Krieg fehlten der Eigentümerfamilie die Mittel, um das Geschäft weiterzuführen. Das Haus wurde der Wohnungsverwaltung übergeben. Wurde Konsum, Stadtteilbücherei und Mütterberatungsstelle. 1979 ließ es die Stadt abreißen. So verschwand das erste Haus der Gartenstadt – was bleibt, ist die Erinnerung.

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