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20. Oktober 2017 | 23:49 Uhr

Steigende Zahlen : Immer mehr pendeln nach Berlin

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Die Bahn sieht sich „hart an der Grenze“. Der ADAC fordert neue Verkehrskonzepte.

Angesichts kontinuierlich steigender Pendlerzahlen zwischen Berlin und Brandenburg fordert der Automobilclub ADAC mehr Engagement beider Länder, um die Verkehrsströme zu bewältigen. 190 000 Brandenburger pendeln nach Erhebungen des Landesamts für Statistik täglich nach Berlin.

„Das Drama wird sich in den nächsten Jahren weiter fortsetzen“, warnt ADAC-Vorstand Jörg Becker und fordert Konsequenzen von den Landesregierungen in Berlin und Brandenburg. Vor allem im Speckgürtel von Berlin halte der Bevölkerungszuwachs an – und mit ihm die hohen Pendlerzahlen. Noch sind es laut Statistikbehörde 190 000 Sozialversicherungspflichtige, die von Brandenburg nach Berlin pendeln. „Pro Quartal werden es 4000 mehr“, rechnet eine Mitarbeiterin der Behörde vor. Die 200 000er-Marke ist bald geknackt. „Berlin will aber mit seinem Masterplan den Verkehr aus der Innenstadt verdrängen“, sagt Becker. Das gehe nur, wenn Park & Ride-Plätze in der Peripherie zur Verfügung stehen, damit Berufspendler auf den Nahverkehr zurückgreifen können.

Nach Angaben des Brandenburger Verkehrsministeriums sind es bislang rund 18 000 Stellflächen. Weitere 4500 seien nötig, sagt Sprecher Lothar Wiegand. Mit etwas mehr als einer Million Euro fördert das Land Wiegand zufolge in diesem Jahr den Bau von vier zusätzlichen P&R-Flächen in Havelland, Oberhavel und Barnim. Knapp drei Viertel der Einpendler nach Berlin stammen aus Oberhavel, Barnim und Märkisch-Oderland. Von den knapp 170 000 auswärts arbeitenden Berlinern wiederum zieht es in etwa jeden Zweiten in die Landeshauptstadt Potsdam und den Kreis Dahme-Spreewald.

Um die Massen von A nach B bringen zu können, sieht sich das Verkehrsministerium gut gerüstet. Die Straßen nach Berlin seien weitestgehend ausgebaut, die Regionalzüge in den Stoßzeiten auf einen 15-Minuten-Takt verdichtet. Und auch bei der Pünktlichkeit lässt die Bahn derzeit wenig Wünsche offen: Über 95 Prozent, sagt Bahnsprecher Holger Auferkamp, seien eine ordentliche Quote, die auf den milden Winter, weniger Baustellen und Korrekturen im Fahrplan zurückzuführen sei. Aber: „Die Stadtbahn verträgt nicht viel mehr, wir sind da hart an der Grenze“, betont Auferkamp. „Man müsste das Angebot weiter verbessern, aber die Streckenkapazitäten geben das nicht her“, sagt ADAC-Experte Becker.

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