Experten : Immen leben in der Stadt oft besser als auf dem Land

svz.de von
18. September 2017, 11:45 Uhr

Honigbienen leben Experten zufolge in der Stadt oft besser als in ländlichen Gebieten. In Parks und Gärten fänden sie ein reiches und vielfältiges Blüten-Angebot, sagen Imkermeister Benedikt Polaczek und Veterinärmedizinerin Monika Krahn-stöver von der Freien Universität Berlin. Dagegen wirke die intensive Landwirtschaft außerhalb der Städte sich negativ aus: „Zusätzlich zum reduzierten Nahrungsangebot der Landwirtschaft erschwert der Kontakt mit Pflanzenschutzmitteln das Überleben der Biene.“ Als Kriterien für die Gesundheit der Honigbienen haben sich die Fachleute Zahlen dazu angeschaut, wie viel Honig die Tiere produzieren - mit klarem Ergebnis: „Ihre Honigerträge sind in urbanen Gebieten doppelt so hoch wie in landwirtschaftlichen.“ Das dokumentierten etwa Statistiken des Deutschen Imkerbundes. Im Boom der Stadtimkerei sehen die beiden auch Risiken für die Bienen, zum Beispiel weil viele Halter unerfahren seien.

Grünen-Abgeordnete Bärbel Höhn, die dem Umweltausschuss des Bundestags vorsitzt, nannte die Entwicklung „absurd“. In Deutschland drohten damit „Verhältnisse wie in den USA oder in China, wo viele Bienenvölker kreuz und quer durchs Land gefahren oder Apfelbäume gar per Hand bestäubt werden müssen“, warnte sie.

Grünen-Agrarexperte Harald Ebner sagte, die Lösung seien „deutlich weniger Pestizide in der konventionellen Landwirtschaft und mehr Ökolandbau“. Zudem müsse weniger Gülle auf den Wiesen verteilt werden, da Wildblumen sonst vertrieben würden.

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